Saif Gaddafi: "Haben keine Gewalt gegen Bevölkerung angewandt"

18. April 2011, 07:10
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Gaddafi-Regime warnt Westen vor "Al-Kaida-Terroristen" in Bengasi

Washington - Ein Sohn von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hat Vorwürfe über Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten und Zivilisten zurückgewiesen. "Wir haben keine Verbrechen gegen unser Volk begangen", sagte Saif al-Islam der Zeitung "Washington Post" in einem Interview, das am Sonntag veröffentlicht wurde. Berichte, wonach Sicherheitskräfte zu Beginn der Unruhen im Februar auf Demonstranten geschossen hätten, verglich er mit den Vorwürfen vor Beginn des Irakkriegs, wonach der damalige irakischen Diktator Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besaß.

"Massenvernichtungswaffen, Massenvernichtungswaffen, Massenvernichtungswaffen - und schon wird der Irak angegriffen", sagte Saif al-Islam. "Zivilisten, Zivilisten, Zivilisten - und schon wird Libyen angegriffen." Die Behauptung der USA, Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen besessen, hatte sich nach dem Einmarsch im Irak 2003 als falsch herausgestellt.

Saif al-Islam wies auch Berichte der Vereinten Nationen, von Ärzten, ausländischen Journalisten und Menschenrechtlern zurück, wonach in der umkämpften Hafenstadt Zivilisten von Gaddafi-Soldaten getötet wurden. "Das ist nicht passiert. Das wird nie passieren." Die USA sollten Libyen bei der Bekämpfung des Terrornetzwerks Al-Kaida unterstützen. Sobald die "Terroristen" in Misrata und der Rebellenhochburg Benghazi (Bengasi) besiegt seien, werde die Macht seines Vaters in einer neuen Verfassung beschränkt.

Ein Sprecher Gaddafis sagte am Sonntagabend, die Beteiligung Al-Kaidas an der Rebellion sei "bewiesen". Es gebe Informationen, wonach ein Al-Kaida-Anführer sich mit rund zwei Dutzend bewaffneten Kämpfern von Benghazi aus auf den Weg nach Misrata gemacht habe. "Es wäre sehr gefährlich, wenn diese Leute sich in unserem Land festsetzten, seine Zukunft und seine unglaublichen Reichtümer kontrollierten, und das so nahe von Europa", sagte der Sprecher. (APA)

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    Saif al-Islam: "Wir haben keine Verbrechen gegen unser Volk begangen"

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