Weltbank gibt Serbien 800 Millionen Dollar Kredit

17. April 2011, 15:27
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Belgrad - Serbien hat mit der Weltbank ein Kreditabkommen im Wert von 800 Millionen Dollar (554 Mio. Euro) vereinbart. Wie der Premier Mirko Cvetkovic gegenüber der staatlichen Presseagentur Tanjug am Samstagabend erklärte, werden Serbien jährlich 200 Mio. Dollar zur Verfügung stehen. Laut Cvetkovic werden 50 Prozent der Finanzmittel für die Deckung des Budgetdefizits gehen.

Die andere Hälfte der Finanzmittel ist für große Infrastrukturprojekte bestimmt. Aufgrund eines früheren Kreditabkommens mit der Weltbank stehen Serbien derzeit 400 Mio. Dollar zur Verfügung. Sie sind für die Verkehrsinfrastruktur bestimmt.

Kroatien lehnt Hilfe weiter ab

Kroatien will unterdessen weiterhin auf die Hilfe IWF verzichten, bestätigte Finanzministerin Martina Dalic. "Kroatien tritt in die Phase der Verringerung des finanziellen Ungleichgewichts und sollte in den kommenden zwei Jahren das Budgetdefizit um die Hälfte reduzieren", so Dalic laut der kroatischen Nachrichtenagentur Hina.

2010 betrug das Defizit in Kroatien 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), die Auslandsschulden beliefen sich auf 46 Mrd. Euro. Das Budgetdefizit und die Auslandsverschuldung sind laut Dalic die größten Probleme, die so schnell wie möglich angepackt werden müssten. Die Wirtschaftskrise habe zur Vertiefung des Problems beigetragen, sagte Dalic. Im März erst hatte Kroatien in den USA eine zehnjährige Anleihe über 1,5 Mrd. Dollar (1,038 Mrd. Euro) platziert, mit einer Verzinsung von 6,375 Prozent. Was den IWF betreffe, so sei eine Intervention nicht notwendig, betonte Dalic und sagte, dass die Mittel des IWF zur Stärkung von Devisenreserven dienten und das keine Mittel seien, mit denen man das Budget finanzieren würde.

Hangjoo Ham, bei der Weltbank zuständig für Kroatien, sagte, dass Kroatien als eine der letzten von der Krise getroffen worden sei und als eine der letzten herauskommen werde. "Kroatien wird viele strukturelle Maßnahmen in der Wirtschaft unternehmen müssen, die bisher aufgeschoben wurden." Auch Peter Harrold, bei der Weltbank für Mitteleuropa zuständig, forderte tiefgehende Reformen, die die Basis für eine erfolgreiche EU-Mitgliedschaft legen sollten. (APA)

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