BA erhöht BIP-Prognose

15. April 2011, 13:04
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Bank-Ökonomen: Laufende Erholung gegen Krisen und Risiken "erstaunlich resistent"

Wien - Österreichs Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bank Austria heuer stärker wachsen als bisher angenommen, im kommenden Jahr aber schwächer. Die Prognose für das BIP-Wachstum wurde für 2011 auf 2,8 (2,3) Prozent erhöht und für 2012 auf 1,8 (2,0) Prozent zurückgenommen. Im ersten Quartal 2011 dürfte die Wirtschaft um 0,9 Prozent gewachsen sein.

Die Krisenherde tun der Stimmung in der heimischen Wirtschaft offenbar keinen Abbruch: "Gegen die in den vergangenen Wochen rasant zugenommenen Unsicherheiten bzw. Risiken ist die laufende Konjunkturerholung erstaunlich resistent", so Chefökonom Stefan Bruckbauer anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Bank-Austria-Konjunkturindikators. 

Gute Stimmung

Dies spiegle sich in einer anhaltend guten Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen wider. Der Bank Austria Konjunkturindikator lag im März bei 3,7 Punkten, nach 3,6 Punkten im Februar und halte damit seit mittlerweile einem halben Jahr das hohe Niveau. Die heimische Wirtschaft bleibe trotz störender Nebengeräusche aus Nordafrika, Japan und der EU-Peripherie auf kräftigem Wachstumskurs und bekomme dabei immer kräftigere Unterstützung von der Binnenwirtschaft.

Die heimische Wirtschaft habe einen fulminanten Start ins Jahr 2011 hingelegt. Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent gewachsen sein. Im Jahresvergleich sei das Wachstum erstmals seit der Krise klar über der 3-Prozent-Marke-gelegen, so Bank-Austria-Ökonom Walter Puschedl. Den Konjunkturmotor angetrieben habe zu Jahresbeginn vor allem die Exportwirtschaft, und auch die inländische Wirtschaft habe mit stabilem Inlandskonsum und anziehenden Investitionen beigetragen.

Die Inflation werde heuer zum zweiten Mal seit der Euro-Einführung über 3 Prozent liegen, im kommenden Jahr wieder unter die 3-Prozent-Grenze fallen, aber noch über 2 Prozent liegen. Eine ernsthafte Gefahr für den Aufschwung sehen die Bank-Austria-Ökonomen aus dem erwarteten Inflationstrend aber nicht. 

Exporte weiter stark

Mit dem starken ersten Quartal sei der Höhepunkt der Wachstumsdynamik voraussichtlich überschritten, so Bruckbauer. Die Wirtschaft dürfte aber mit erwarteten Quartalszuwächsen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 bis 0,4 Prozent weiter in Schwung bleiben. Die Exporte dürften stark bleiben, wenngleich der starke Euro den Aufwärtstrend etwas beruhigen dürfte. Bei den Ausrüstungsinvestitionen wird für heuer ein Plus von 7 Prozent erwartet, der private Konsum sollte von den anhaltend günstigen Arbeitsmarkttrends profitieren. Das Vertrauen der heimischen Unternehmen auf eine einträglich Geschäftsentwicklung liege derzeit nur knapp unter dem 3-Jahreshoch zu Beginn 2011. Die Zuversicht in der europäischen Industrie habe im März sogar deutlich zugenommen. Der mit den österreichischen Handelanteilen gewichtete Indikator sei auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen.

Mit ihrer Wachstumsprognose von 2,8 Prozent für heuer ist die Bank Austria optimistischer als etwa Wifo (2,5 Prozent) und IHS (2,3 Prozent). 2012 werde ein deutlich geringeres Wachstum erwartet, allerdings ohne dass die Erholung zum Erliegen komme. Für 2012 wird nun ein BIP-Plus von 1,8 Prozent erwartet.

Gründe für die Abschwächung im kommenden Jahr seien unter anderem die weltweit restriktivere Fiskalpolitik und die bereits angelaufene Verschärfung der Geldpolitik. Der Leitzins in der Eurozone wird zum Jahresende bei 1,75 Prozent gesehen, 2012 könnten noch weitere 100 Basispunkte dazukommen. Bei der Arbeitslosenrate (nationale Berechnung) wird für heuer ein Rückgang auf 6,6 Prozent und 2012 auf 6,4 Prozent gesehen, nach 6,9 Prozent 2010. Die Inflationsrate wird mit 3,1 Prozent (2011) bzw. 2,1 Prozent (2012) erwartet. (APA)

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    Die heimische Wirtschaft hat einen fulminanten Start ins Jahr 2011 hingelegt.

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