Geldvermögen der Haushalte stieg 2010

14. April 2011, 13:43
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Wien - Das Geldvermögen der österreichischen Haushalte ist 2010 um rund 21 Mrd. auf rund 461 Mrd. Euro gestiegen, geht aus den Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor. Verantwortlich dafür waren neben - im Vergleich zum 2009 niedrigeren - Neuveranlagungen die Kursanstiege an den Aktienmärkten. Der Marktwert des Wertpapierbestands lag erstmals über 100 Mrd. Euro. Beliebt waren vor allem gemanagte Finanzprodukte, also Fonds, Lebensversicherungen und Co. Die Spareinlagen waren erstmals seit fünf Jahren rückläufig. Zurückhaltend waren die privaten Haushalte weiter bei der Verschuldung.

In Finanzanlagen flossen von den privaten Haushalten im Vorjahr mit 12,0 Mrd. um rund 2,4 Mrd. Euro weniger als 2009. Dies spiegle eine auf 9,1 (11,1) Prozent gesunkene Sparquote wider.

Mit 5,9 Mrd. Euro entfiel fast die Hälfte des Vermögensaufbaus der privaten Haushalte auf gemanagte Finanzprodukte. Deutlich zulegen konnten dabei die Investmentzertifikate, in die 2,3 Mrd. Euro flossen. 2009 waren es nur 0,9 Mrd. Euro und 2008 gab es Nettoverkäufe von fast 4 Mrd. Euro. Der Zuwachs an Lebensversicherungsansprüchen betrug im Vorjahr stabil 2,9 Mrd. Euro. Genutzt werde die Lebensversicherung sowohl als Sparprodukt als auch als Tilgungsträger für endfällige Kredite, die vorwiegend auf Fremdwährungen lauteten, so die OeNB in ihrer Pressemitteilung. Auf Pensionskassenansprüche seien rund 700 Mio. Euro entfallen.

Wenn die Haushalte ihr Geld selbst veranlagten, hätten sie sich vor allem für verzinsliche Wertpapiere (1,1 Mrd. Euro) entschieden und - nicht zuletzt aufgrund der Steueränderungen ab 2011 - für börsenotierte Aktien (1,4 Mrd. Euro).

Eher gemieden wurden im Vorjahr die Spareinlagen, die um 2,2 Mrd. Euro auf knapp unter 150 Mrd. Euro sanken. Das Geld sei teilweise in andere Einlagen umgeschichtet worden. Täglich fällige Einlagen (meist Sichteinlagen) seien deutlich gestiegen. Insgesamt erhöhten die Haushalte ihre Einlagen um 1,1 Mrd. Euro - das waren um 6,2 Mrd. Euro weniger als noch 2009.

Neuverschuldung stabil

Die Neuverschuldung lag 2010 stabil bei 1,3 Mrd. Euro. Aufgenommen wurden vor allem Wohnkredite, getilgt vor allem Konsumkredite. Der gesamte Schuldenbestand der österreichischen Haushalte betrug 161,1 Mrd. Euro, um 5 Prozent mehr als 2009. Wesentliche Ursache für diesen Anstieg ist laut Nationalbank der 19-prozentige Kursanstieg des Schweizer Franken. Die ausstehenden Fremdwährungskredite beliefen sich zu Jahresende 2010 auf 38,7 Mrd. Euro, davon waren 28,7 Mrd. Euro endfällige Kredite mit Tilgungsträgerfinanzierung. Der Bestand an aushaftenden Wohnkrediten insgesamt lag bei rund 104 (97) Mrd. Euro.

Netto - nach Abzug der Schulden - belief sich das Geldvermögen der österreichischen Haushalte auf 299,8 Mrd. Euro, nach 286,7 Mrd. Euro.

Den größten Anteil am gesamten Geldvermögen von 460,8 Mrd. Euro im Jahr 2010 hatten mit 44,6 Prozent oder 205,6 (204,4) Mrd. Euro Einlagen. Dahinter folgen handelbare Wertpapiere mit einem Anteil von 21,8 Prozent bzw. 100,7 (88,2) Mrd. Euro und Lebensversicherungsansprüche mit 67,9 (64,8) Mrd. Euro. Die Pensionskassenansprüche lagen bei 16,6 (15,9) Mrd. Euro. (APA)

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