Sparkurs: "Altern in Würde steht am Spiel"

13. April 2011, 16:04
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Caritas und Volkshilfe protestieren weiter gegen das Sparbudget der steirischen Regierung

Graz - Die seit Wochen andauernden Proteste gegen das steirische Spar-Doppelbudget gehen weiter. Am Mittwoch haben Caritas und Volkshilfe einen offenen Brief an Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) gerichtet, in dem sie sich gegen das Einfrieren des Tagsatzes aussprachen. Errungenschaften für ein Altern in Würde stünden auf dem Spiel, ein Zurück zum Motto "warm, sauber und satt" drohe.

1,8 Millionen Einsparungen

Bis Ende 2011 müssen Caritas und Volkshilfe in ihren Pflegeheimen rund 1,8 Millionen Euro einsparen. Umgelegt auf die Betreuung bedeute dies pro Heim einen Dienstposten und bis zu 1.784 Stunden an Zuwendung weniger, legten Caritas-Präsident Franz Küberl und Volkshilfe-Geschäftsführer Franz Ferner dar. Zumal die Kosten zu 70 Prozent auf das Personal entfielen, gebe es auch keine alternativen Einsparungsmöglichkeiten.

Volkshilfe muss 25 Mitarbeiter entlassen

Küberl und Ferner erinnerten Edlinger-Ploder daran, dass im Herbst 2010 ein Kompromiss in Sachen Tagsatzerhöhung für 2011 ausgehandelt worden sei. Obwohl es schiedsgerichtliche Entscheidungen gebe, wolle das Land dies nun nicht umsetzen. Von der Volkshilfe hieß es, dass man sich heuer von 25 Mitarbeitern trennen werde müssen.

Demo geplant

Gegen die Einsparungen im Behindertenbereich macht die "Solidarregion Weiz" mobil. Eine Kürzung von 25 Prozent bedeute allein für die Region Weiz das Ende des Vereins "Christina lebt" mit 40 Beschäftigten und die Entlassung von 20 Mitarbeitern bei der Lebenshilfe Weiz. Darüber hinaus könne die Hälfte der von der "Chance B" in Gleisdorf mit Familienentlastung betreuten Familien in Zukunft nicht mehr damit rechnen, hieß es in einer Aussendung. Nach Kundgebungen in Weiz und Gleisdorf organisiert die Solidarregion am kommenden Mittwoch (20.4., 18.00 Uhr) eine Demonstration vor der Grazer Burg, dem Sitz der steirischen Landesregierung. (APA)

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    Die Volkshilfe muss 25 Mitarbeiter entlassen, andere Einsparungsmöglichkeiten gibt es nicht.

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