"Osterkalender": Ein Novum ohne tieferen Sinn

13. April 2011, 16:09
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Seit relativ kurzer Zeit tauchen rund um Ostern vermehrt so genannte "Osterkalender" im Handel auf

Haben Sie auch schon einen? Osterkalender sind seit kurzem sehr en vogue. Bei Hofer gibt es etwa den Kalender von der deutschen Firma Rübezahl zu kaufen. Es ist ein buntes Ding mit vielen Hasen und Eiern drauf; Hasenpapi malt mit den Hasenkids auf einer Staffelei herum. Papi hat einen Pinsel in der Hand und arbeitet gerade an der Verzierung eines gemalten Eis, während ein Hasenjunges direkt aus der Farbtube keck einen orangen Klecks auf das Bild drückt. Auf der ganzen Wiese und sogar in einem Vogelnest sind Ostereier versteckt; ein Maulwurf und ein Reh beobachten die Szenerie höchst interessiert.

Wenig überraschenderweise also sehr viel Ostern auf dem Osterkalender. Türen hat der Osterkalender natürlich auch, denn sonst wäre es ja kein solcher. Es sind 21 Türen.

Aber warum gerade 21?

"Nur ein lustiges Spiel"

Eine freundliche Dame vom Kundenservice der Firma Rübezahl in 73265 Dettingen klärt uns auf: Es hat original keine tiefere Bedeutung. "Das Ganze war eigentlich eher eine Marketing-Frage, also eine Erfindung der Marketing-Abteilung. Der Kalender hat keinen Bezug zu Ostern, sondern stellt einfach ein lustiges Spiel für die ganze Familie dar." Ein Mitbewerber sei mit einem ähnlichen Produkt auf den Markt gekommen, man habe das aber nicht eins zu eins kopieren wollen, sondern sich davon abgrenzen - eben durch eine andere Anzahl an Türen. Klagbar wäre es natürlich nicht gewesen, dieselbe Anzahl an Türen wie beim Produkt des Mitbewerbers einzuplanen, aber man habe eben etwas Neues machen wollen.

"Manchmal kommen auch die Diskonter auf uns zu und bestellen Produkte", berichtet die Sprecherin noch, so nach dem Motto: "Macht das doch mal, wir wollen das verkaufen." Die Kalender, die es bei Hofer in Österreich zu erwerben gibt, wurden im Übrigen exklusiv für den österreichischen Diskonter fabriziert, erklärt die Dame noch. Dann wünscht sie ein frohes Osterfest.

Nummeriert oder nicht

Wie der Osterkalender von Rübezahl funktioniert, steht hinten drauf: Man muss zuerst das Türchen links oben öffnen und die dahinter versteckte Schokolade essen. Das daraufhin zum Vorschein kommende Bild verrät, welches Türchen als nächstes drankommt, usw. usf. Wer rechnen bzw. zählen kann, weiß, wann mit dem ersten Türchen anzufangen ist. Ein kleiner Tipp: Jetzt wäre es dafür schon zu spät.

Noch nicht zu spät wäre es hingegen beim Produkt der deutschen Confiserie Heidel. Dieser Kalender hat nämlich nur zehn Türen - und als Grund dafür nennt die Firma mit Sitz in 49090 Osnabrück ebenfalls Willkür, allenfalls habe es layouttechnische Gründe gegeben, den mit "Edel-Vollmilchschokolade" gefüllten Nostalgie-Kalender mit zehn Türen, übrigens von 1 bis 10 durchnummeriert, auszustatten.

In Österreich wird dieser Kalender durch die Candyport Handels GmbH in Hagenbrunn vertreten, käuflich zu erwerben ist er etwa bei Meinl am Graben, den Autobahnraststätten von Rosenberger oder diversen Spezialitätengeschäften, hauptsächlich in der Wiener Innenstadt, wie bei Candyport in Hagenbrunn zu erfahren ist. (Martin Putschögl, derStandard.at, 13.4.2011)

  • Osterkalender von der Firma Rübezahl: "Nur ein lustiges Spiel."
    foto: derstandard.at

    Osterkalender von der Firma Rübezahl: "Nur ein lustiges Spiel."

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