Militär treibt Demonstranten mit Schüssen auseinander

13. April 2011, 10:42
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Opposition ruft zu Generalstreik auf - Unruhen auch in südjemenitischer Metropole Aden

Aden - In der südjemenitischen Metropole Aden sind Soldaten am Mittwoch erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Dabei wurde laut Augenzeugen mindestens ein Demonstrant erschossen. Nach Berichten von Ärzten und Augenzeugen trieb das Militär am Morgen eine Menschenmenge mit Schüssen auseinander. Mindestens vier weitere Menschen seien verletzt worden. Die vorwiegend jugendlichen Demonstranten wollten mit Fässern eine Straßenblockade im Bezirk Mansura errichten. Die Protestbewegung hatte für Mittwoch zu einem Generalstreik gegen Präsident Ali Abdallah Saleh in Aden, der Hauptstadt Sanaa und weiteren Städten des südarabischen Landes aufgerufen.

Die Proteste gegen Saleh dauern seit Ende Jänner an. In Sanaa harren seit Wochen Demonstranten auf dem Platz vor der Universität aus, um ihren Forderungen nach dem Rücktritt des seit 1978 regierenden Staatschefs Nachdruck zu verleihen. Vor zwei Tagen hatte Saleh nach längerem Widerstand einem Plan der Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) für eine Beilegung der politischen Krise zugestimmt. Mehrere Oppositionsgruppen erklärten jedoch, sie lehnten den Vorschlag der autoritären arabischen Golf-Monarchien ab, denn Saleh müsse vor Gericht gestellt werden, weil er die Schuld an mehreren "Massakern" trage.

Der Nord- und der Südjemen hatten sich 1990 vereinigt. 1994 war ein bewaffneter Aufstand von südjemenitischen Separatisten, die die Vereinigung rückgängig machen wollten, nach zehn Wochen von nordjemenitischen Truppen blutig niedergeschlagen worden. Die Vereinigung sollte dem Land wirtschaftlichen Auftrieb geben, stattdessen verschlechterten sich die Lebensbedingungen. Ursache dafür sind unter anderem die Machtkämpfe und die fehlende Bereitschaft der traditionellen Stammesführer zur Kooperation mit der Zentralgewalt. (APA/AFP)

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