Sanktionen weg: EU freut sich über Festnahme Gbagbos

12. April 2011, 18:24
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Frankreich kündigt Abzug an

Die Union kann die gegen Côte d'Ivoire verhängten Sanktionen nach der Festnahme des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo wieder aufheben. Die Hohe Beauftragte Catherine Ashton zeigte sich Dienstag zum Auftakt des EU-Außenministertreffens in Luxemburg dementsprechend zufrieden über die Festnahme.

Die EU will jetzt mit Hilfsmaßnahmen den Übergang zu einer Normalisierung der Lage unterstützen. Nachdem Gbagbo nach seiner Abwahl eine Machtübergabe an den international anerkannten Wahlsieger Alassane Ouattara verweigert hatte, waren von Brüssel Sanktionen gegen die Regierung verhängt worden.

Frankreich zieht ab

Frankreich wies am Dienstag neuerlich Vorwürfe eines früheren Beraters Gbagbos zurück, wonach französische Elitetruppen den Ex-Präsidenten in seinem Palast verhaftet hätten, was quasi "einem Staatsstreich" gleichkomme. Ein Sprecher des französischen Außenministers Alain Juppé erklärte, Gbagbo sei von Anhängern des gewählten Präsidenten Quattara überwältigt worden. Die ganze Aktion sei auf Film festgehalten und nachvollziehbar, hieß es in Paris.

Premier François Fillon betonte indes, dass Frankreich nun keinen Anlass mehr sehe, seine Truppen noch längere Zeit in dem Land zu stationieren. Ihr Auftrag sei erfüllt, wenn man nun die Demokratie durchsetze und die Wahlergebnisse von der Bevölkerung akzeptiert würden. Französische Truppen sind bereits seit dem Jahr 2002 in dem Land, um die UN bei ihrer Mission zu unterstützen. (Thomas Mayer aus Luxemburg/DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2011)

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