Treibstoff und Heizöl werden billiger

16. Mai 2003, 12:15
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Teuerungsrate im April mit 1,3 Prozent deutlich geringer als in den vergangenen Monaten - Niedrigster Stand seit drei Jahren - mit Infografik

Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich im April 2003 im Jahresabstand auf 1,3 Prozent gesunken und liegt damit deutlich unter den Vergleichswerten der Monate davor. Im März hatte die Teuerungsrate noch 1,8 Prozent betragen, im Februar und Jänner je 1,7 Prozent, wie die Statistik Austria am Freitag mitteilte. Eine vergleichbar niedrige Inflationsrate war zuletzt im Jänner 2000 (damals 1,2 Prozent) zu beobachten.

Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs legte im April 1,2 Prozent zu, nach einer Steigerung von 1,8 Prozent im Monat davor. Gegenüber dem März 2003 ist das allgemeine Preisniveau um 0,1 Prozent gesunken. Der Indexstand des Verbraucherpreisindex (VPI) für den Monat April 2003 beträgt 105,7 (Basiswert 100 im Jahr 2000).

Verbilligung der Treibstoff- und Heizölpreise

Hauptursache für den starken Rückgang der Inflationsrate war laut Berechnungen der Statistik Austria die neuerliche Verbilligung der Treibstoff- und Heizölpreise. Während im März noch der Inflationsbeitrag der Mineralölprodukte fast +0,4 Prozentpunkte betragen hatte, lag dieser Inflationsbeitrag im April knapp unter Null. Dazu kommt der inflationsdämpfende Effekt um etwa -0,1 Prozentpunkte wegen der Aufhebung der Ambulanzgebühr. Dieser werde noch ein Jahr lang in der Inflationsrate spürbar sein, schätzt die Statistik Austria.

Bei Betrachtung der Hauptgruppen erklären die Preissteigerungen bei Restaurants und Hotels (+3,0 Prozent) ein Sechstel der Inflationsrate, wobei die Bewirtungsdienstleistungen (+2,9 Prozent) den Ausschlag geben. Zu je einem Fünftel tragen Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+2,7 Prozent) und die Hauptgruppe Wohnen (+1,3 Prozent) zur Inflationsrate bei. In diesen beiden Bereichen waren es einerseits die Wohnungsmieten (+6,5 Prozent) und andererseits Versicherungen (+3,9 Prozent), die gegenüber dem Vorjahr angezogen haben.

Telefone und DigiCams deutlich billiger

Im Jahresabstand kam es außer bei Gesundheit (-0,5 Prozent) insbesondere im Bereich Nachrichtenübermittlung (-1,6 Prozent) zu Verbilligungen. Telefonapparate kosteten im April sogar um 15,0 Prozent weniger als ein Jahr davor, wie die Statistik Austria erhob. Erheblich günstiger wurden auch Fotogeräte, darunter Digitalkameras (-17 Prozent) und Kleinbildkompaktkameras (-5 Prozent), EDV-Geräte wie PC-Computer (-23 Prozent), PC-Drucker (-11 Prozent) oder CD-Rom für Schüler und Studenten (-23 Prozent) sowie Spielwaren (insgesamt -12 Prozent; PC-CD-Rom-Spiel -33 Prozent).

Im Bereich Verkehr konnten um insgesamt 19 Prozent billigere Flugtickets die Preissteigerungen beim traditionellen öffentlichen Verkehr (+5 Prozent) kompensieren. Die billigeren Tickets gehen auf Preisaktionen der traditionellen Airlines sowie auf den zunehmenden Stellenwert nach Österreich drängender Billig-Anbieter zurück.

Preisrückgang bei Gesundheit

Hauptverantwortlich für die Preisrückgänge gegenüber dem Monat März 2003 war die Hauptgruppe Gesundheit (-3 Prozent) mit dem Wegfall der im Mai 2001 eingeführten Ambulanzgebühr. Medizinische Dienstleistungen wurden um durchschnittlich 10 Prozent billiger. Die zusammen mit der Krankenscheingebühr berechnete Ambulanzgebühr sank im Monatsabstand nominell um 52 Prozent, teilte die Statistik Austria mit.

Weitere kurzfristige Preissenkungen waren im Bereich Wohnen (-0,5 Prozent) und Verkehr (-0,4 Prozent) zu beobachten. Hier wurden Flüssige Brennstoffe (-9 Prozent; Heizöl extra leicht/bei Großabnahme -15 Prozent) sowie Kraftstoffe und Schmiermittel (-4 Prozent) wesentlich billiger. Erstmals seit Dezember entspannte sich die Preissituation für Normal- (-5 Prozent), Superbenzin (-4 Prozent) und Diesel (-5 Prozent) im Monatsabstand, die Preise liegen damit etwa gleich hoch wie im Vorjahr.

Preissteigerungen bei Bekleidung

Preissteigerungen gegenüber dem Vormonat gab es bei Bekleidung und Schuhen (+0,7 Prozent), wobei sowohl Bekleidungsartikel (Sweatshirt +5 Prozent, Damenjacke +5 Prozent, Herrenanzug +4 Prozent) als auch Schuhe durchschnittlich um 1 Prozent teurer wurden (Damensommerschuhe +3 Prozent, Kindersportschuhe +2 Prozent). Auch Pauschalreisen (+4,4 Prozent) haben sich gegenüber dem Vormonat verteuert (Flugpauschalreisen +6 Prozent, Buspauschalreisen/Ausland +4 Prozent, Städteflug +3 Prozent). Gemeinsam mit den Teuerungen der Verkehrsdienstleistungen (+2,2 Prozent; Flugticket +6 Prozent) zogen die Preise für Reisen also noch vor Beginn der Sommersaison an.

Der Indexstand des für die Währungsunion berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) beträgt für April 2003 110,0 (1996: 100) nach einem revidierten Wert von 110,2 im März 2003. Vergleichbar niedrige Inflationsraten waren zuletzt im Jänner 2000 (+1,4 Prozent) und November 1999 (+1,0 Prozent) zu beobachten. Gegenüber dem Vormonat sind die Preise um durchschnittlich 0,2 Prozent zurückgegangen.(APA)

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