Intercell-Aktie schwer im Minus

11. April 2011, 10:28
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Aufnahme von Probanden bei Phase II/II-Studie zu Impfstoff gegen Staphylococcus aureus ausgesetzt

Wien - Der börsenotierte Wiener Impfstoffhersteller Intercell meldete Montagfrüh ein Update für einen Impfstoff gegen Krankenhausinfektionen, der gemeinsam mit dem deutschen Pharmakonzern Merck entwickelt wird. Ein unabhängiges Expertenkomitee ("Data Monitoring Comitee/DMC) habe bei der laufenden Studie beim Impfstoffkandidaten V710 zur Vorbeugung von Infektionen durch Staphylococcus aureus die Aussetzung der weiteren Probandenrekrutierung empfohlen, teilte das Unternehmen ad hoc mit.

Die Studie habe die Wirksamkeitskriterien erfüllt. Das Expertenkomitee habe nach einer Interimsanalyse der klinischen Phase II/III-Studie die Aussetzung der Rekrutierung von Studienteilnehmern dennoch empfohlen, bis das Nutzen/Risikoprofil weiter analysiert werde. Weitere Analysen würden nun von Merck in enger Abstimmung mit Intercell durchgeführt, sagte COO Thomas Lingelbach.

"Die Meldung wird vom Markt extrem negativ aufgenommen. Es ist nicht sicher, ob die Nachrichten wirklich so schlecht sind", meinte ein Händler in einer ersten Reaktion. "Die Aktien werden derzeit von der Börse regelrecht abgestraft", hieß es weiter.

Aktie stürzt ab

Die Aktie der heimischen Intercell ist zum Wochenauftakt massiv unter Druck geraten und stürzte kurz nach Handelsbeginn um gut 27 Prozent ab. Gegen 9.15 Uhr notierten die Titel bereits um 30,44 Prozent tiefer bei 5,70 Euro, erholten sich dann aber wieder.

Impfstoffe gegen Krankenhaus-Infektionen sind ein Schwerpunkt bei Intercell. Zuletzt war eine Vereinbarung mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis bekanntgegeben worden, wonach eine Studie bei beatmeten Intensivpatienten über die Entwicklung des Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas aeruginosa fortgeführt werden soll.

"Markt mag keine Unsicherheiten"

 

Intercell-Finanzvorstand Reinhard Kandera sieht den Grund für den Kursabsturz der Aktie unmittelbar nach Handelsbeginn in einer starken Verunsicherung des Marktes durch die Nachricht von der Unterbrechung einer Studie für einen neuen Impfstoff gegen Krankenhaus-Infektionen. Diese Unterbrechung sei jedoch keine Vorentscheidung über die Studie - die nun notwendige weitere Analyse könne sowohl eine Verzögerung, als auch eine Beschleunigung der Marktreife ergeben, betonte Kandera. (APA/red)

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