Panzer kesseln Küstenstadt Banias ein

11. April 2011, 13:51
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Zuvor wurden mindestens neun Menschen bei Protesten getötet

Nikosia/Amman - Am Tag nach dem gewaltsamen Einsatz der Sicherheitskräfte gegen Regierungskritiker im syrischen Banias hat die Armee einem Menschenrechtsaktivisten zufolge die Stadt mit Panzern eingekesselt. Der Aktivist, der anonym bleiben wollte, sagte am Montag, vor der Küstenstadt stünden 17 Panzer. Zudem sei die Stromversorgung in Banias unterbrochen. "Die Armee schießt auch ab und zu, um die Demonstranten zu provozieren, aber keiner von ihnen hat zurückgeschossen", sagte er. Aus den Moscheen gebe es Aufrufe an die Armee, das Feuer einzustellen.


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Einer der Anführer der Protestbewegung in Syrien, Anas al-Shuhri, sprach gar von 30 Panzern, die rings um die Stadt stünden. In der Nacht zum Montag habe es zudem mehrere Festnahmen gegeben. Die Armee wolle einen konfessionellen Konflikt zwischen Alawiten und Sunniten heraufbeschwören. "Aber wir sind friedliche Demonstranten", sagte Shuhri. Am Sonntag waren nach Angaben von Augenzeugen mindestens vier Menschen in der nordwestsyrischen Stadt beim Beschuss einer Moschee getötet worden.

Nach Demonstrationen für Reformen im hauptsächlich von Sunniten bewohnten Banias hätten Vertreter der alawitischen Minderheit aus vorbeifahrenden Autos mit Sturmgewehren auf Einwohner geschossen, hieß es. Den Behörden zufolge schoss eine bewaffnete Gruppe aus dem Hinterhalt auf eine Patrouille und tötete dabei neun Soldaten.

"Wir haben versucht, über die Küstenautobahn nach Banias zu kommen, aber die Geheimpolizei hat die Straße blockiert und Autos wieder zurückgeschickt. Auch Seitenstraßen waren gesperrt", sagte ein Menschenrechtler.

Student soll an Uni Damaskus getötet worden sein

Nach Angaben von Aktivisten töteten Sicherheitskräfte einen Studenten an einer Universität in Damaskus, wo Hunderte Studenten protestiert hätten. Zudem sei der Campus umstellt worden, sagte ein Protestierender unter Berufung auf eine SMS. Eine unabhängige Bestätigung war zunächst nicht möglich.

Am Wochenende hatten die Truppen von Präsident Bashar al-Assad ihr Vorgehen gegen Demonstranten verschärft. Die Herrscherfamilie gehört zu den Alawiten, die zehn Prozent der 20 Millionen Syrer ausmachen. Bei den Demonstrationen sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Syrien wird seit fünf Jahrzehnten über Notstandgesetze regiert. Assads Vater hatte in den 80er Jahren einen Aufstand niedergeschlagen. Dabei kamen bis zu 30.000 Menschen ums Leben.

Die deutsche Regierung verurteilte das gewaltsame Vorgehen gegen Regierungskritiker in Syrien. Die "fortdauernde Gewalt gegen friedliche Demonstranten ist bestürzend und verstörend", sagte Sprecher Steffen Seibert in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spreche den Angehörigen der Opfer ihre "tief empfundene Anteilnahme" aus. Die Regierung forderte von Syriens Staatschef Assad, gegen den sich die wochenlangen Proteste richten, das "Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewährleisten". Den mehrfach von der syrischen Regierung angekündigten Reformen müssten nun "Taten folgen", sagte Seibert. (APA/AFP/Reuters)

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