Treibstoff so teuer wie noch nie

8. April 2011, 20:09
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Diesel bei 1,36 im Schnitt, Eurosuper bei knapp 1,40 Euro

Wien - Der Höhenflug der Rohölpreise schlägt sich immer stärker an den Zapfsäulen nieder. Mit einem Sprung von jeweils 0,3 Cent pro Liter von Donnerstag auf Freitag haben die Spritpreise in Österreich einen Jahresrekord erreicht.

Diesel kostet nach einer Erhebung des Autofahrerklubs ARBÖ jetzt im Durchschnitt 1,361 Euro je Liter, Eurosuper knapp 1,40 Euro. So teuer war Eurosuper noch nie. Bei Diesel gibt es noch etwas Spielraum zum Rekordwert von 1,45 Euro im Sommer 2008.

Zum Wochenschluss hat sich Brent-Öl um 1,84 auf 124,51 Dollar je Fass (159 Liter) verteuert.

Mehr gefahrene Kilometer

Trotz des teureren Sprits, zu dem die mit 1. Jänner in Kraft getretene höhere Mineralölsteuer mit beigetragen hat, wird nicht weniger gefahren. Die von Pkw auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zurückgelegten Kilometer sind inoffiziellen Angaben zufolge von Jänner bis Februar 2011 um etwa 3,5 Prozent gestiegen; der Schwerverkehr hat im ersten Quartal um etwa 6,5 Prozent zugelegt, was in der Wirtschaftskammer auf die wieder angesprungene Konjunktur zurückgeführt wird.

Christoph Capek vom Fachverband der Mineralölindustrie hat ebenfalls keine Rückmeldung von Mitgliedsbetrieben, dass der Treibstoffabsatz zurückgeht. " Generell gesprochen machen sich Wirtschaftskrisen stärker im Absatz bemerkbar als Preisänderungen", sagte Capek.

Dieselpreis weist nach oben

Bei Diesel könnte es bald einen weiteren Preisschub geben. Wie der STANDARD Anfang März berichtete, unternimmt EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta einen neuen Anlauf zur Ökologisierung des Steuersystems. Geplant ist eine Splittung der Steuersätze nach CO2-Intensität und Energiegehalt. Da ein Liter Dieselkraftstoff viel energiehaltiger ist als ein Liter Benzin, müsste Diesel demnach höher besteuert werden. Algirdas will den Entwurf Mitte nächster Woche vorstellen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10.4.2011)

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