14 Tage Galgenfrist für Kneissl

8. April 2011, 19:21
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Mehrheitseigentümer Al Jaber verspricht Sanierungsplan

Kufstein/Wien - Das Schicksal der im Februar in Konkurs geschlitterten Kneissl hängt an der Bank Austria. Gibt die mit Abstand größte Schuldnerin, die über die Pfandrechte der Marke Kneissl verfügt, keine Rückstehungserklärung ab, "wird die Kiste nicht zu retten sein", sagte ein Teilnehmer der Prüfungstagsatzung am Freitag nach der Sitzung.

Die Lage sei unübersichtlich, aber immerhin gebe es einen Hoffnungsschimmer für die 21 Beschäftigten in der Produktion der Kneissl Tirol GmbH. Sie ist das Herzstück der Gruppe, die im Vorjahr deutlich unter den budgetierten 30.000 Paar Ski blieb. In zwei Wochen will Mehrheitseigentümer Mohamed Al Jaber einen Sanierungsplan vorlegen. Das hätten Kneissl-Chef Andreas Gebauer und Vertreter der JJA Beteiligungsverwaltung erklärt.

Laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) betragen die um wechselseitige Haftungen bei Banken bereinigten Verbindlichkeiten rund 16,4 Mio. Euro, davon 9,6 Mio. bei Banken. Anerkannt sind nur acht Mio. Schulden. Fortgeführt wird der Betrieb nur, weil 150.000 Euro Fortführungskaution hinterlegt wurden.

Klaus Schaller von Creditreform beziffert die Gesamtverbindlichkeiten mit "elf bis zwölf Mio. Euro". Es gebe viele Fragezeichen. So fordere die Mutter Kneissl Holding von ihrer Tochter Kneissl Tirol 4,5 Mio. Euro, von denen nicht klar sei, wofür. Das wird ein Kollusionsverwalter klären müssen. Die von JJA im November fixierte Kapitalerhöhung um 1,2 Mio. Euro fordert der Insolvenzverwalter ein, notfalls vor Gericht. Gelingt der Sanierungsplan nicht, beginnt der Abverkauf. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10.4.2011)

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