Aktien und Rohstoffe gute Wahl für Investoren

8. April 2011, 14:56
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Stephan Lingnau

Trotz - und wegen -den Anstiegen der Rohstoff und Energiepreise legte der Stoxx 600 diese Woche um 1,8% zu. Die derzeitige Situation ist ein zweischneidiges Schwert für Aktieninvestoren. Denn einerseits wirken sich die steigende Inflation und die leicht angehobene Zinsen negativ auf die Unternehmensbilanzen aus. Andererseits sind die realen Zinsen derzeit nur leicht positiv bis negativ - je nach dem wie der eigene Warenkorb aussieht und welche Staatsanleihen man für die Betrachtung heranzieht. Aktien und Rohstoffe sind in diesem Umfeld unserer Ansicht nach ein gute Wahl für Investoren.

Die Preise zeigen Europa weiterhin einen Aufwärtstrend. So sind die britischen Erzeugerpreise sind im März mit beschleunigtem Tempo angezogen. Die Preise lagen um 5,4% über dem Vorjahresniveau, nach 5,3% im Februar. Hierbei handelt es sich um die stärkste Preissteigerung seit Oktober 2008. Der Konsens war lediglich von einer Preiserhöhung von 5,1% ausgegangen. Aus der Wirtschaft kommen weiterhin zumeist positive Nachrichten. So legte die deutsche Produktion auf Monatssicht abermals zu. Im Februar stieg die Erzeugung um 1,6%. Im Januar war sie aufwärts revidiert um 2,0% angezogen. Spürbare Produktionszunahmen waren in allen Wirtschaftsbereichen zu verzeichnen.

Silber ist diese Woche wieder kräftig angestiegen (+4,3%) und notiert nun mit USD 40/Unze nicht mehr weit unter dem All-Time High von USD 50 aus dem Jahr 1980. Der Lebensmittelpreisindex ist im März zum ersten Mal seit langem wieder gesunken (-3%). Auf Jahressicht steht aber ein reales Plus von 40% zu buche.

Die EZB hat diese Woche die Zinsen um 25 BP angehoben. Trichet sagte, dass die EZB die aktuell sehr unterstützende („very accommodative") Geldpolitik angesichts der Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität angepasst habe. Er unterstrich, dass die zugrundeliegende monetäre Expansion (M3: +2,0%, Kreditwachstum Privatsektor: +2,6%) immer noch moderat verläuft, die hohe Geldmenge allerdings Preisaufwärtsdruck unterstützen könnte.

Die EZB bleibt hinsichtlich drohender Zweitrundeneffekte in Alarmbereitschaft, da sie diese nicht tolerieren würde. Unsere Basisannahme ist ein weiterer Zinsschritt im 3. Quartal (Inflation sollte da ihren Höhepunkt erreichen - je nach Ölpreisentwicklung), aber keine Serie bevorstehender Zinsanhebungen. Die Renditen von 10-Jährigen Bunds stiegen diese Woche um 6 Basispunkte auf 3,41%. Die 2-Jährigen legten um 15 BP auf 1,84% zu. Der Bund Future setzte seinen Abwärtstrend fort und steht jetzt bei 120,7 Punkten (-0,57).

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