Kapfenberger Nelson wegen angeblicher Attacke vor Gericht

7. April 2011, 17:32
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Arzt erstattete nach Kehlkopfbruch von Oberwart-Spieler Artner Anzeige - Videos zeigen Szene nicht - Kapfenberger fordern Fans zur Zeugenaussage auf

Leoben/Oberwart - Nach einem Zwischenfall in der Basketball-Bundesliga der Herren könnte es kommende Woche in Leoben zu einem beispiellosen Gerichtsurteil kommen. Kapfenberg-Spieler Demetrius Nelson ist wegen Körperverletzung und Nötigung angezeigt. Der US-Legionär soll im Spiel gegen Oberwart am 3. März (77:70) - im Rahmen einer Rangelei - Gegenspieler Hannes Artner den Kehlkopf gebrochen haben. Artner wurde in Leoben operiert, der behandelnde Arzt erstattete Anzeige.

Dem Verfahren haben sich mittlerweile auch die Oberwart Gunners angeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Leoben hat einen Strafantrag eingebracht, die Verhandlung ist für kommenden Mittwochnachmittag angesetzt. Nelson wird nach Aussagen Artners vorgeworfen, diesen mit einem gezielten Schlag verletzt und danach auch noch bedroht zu haben. Dabei war der Kapfenberg-Star ursprünglich mit Oberwarts Jason Johnson aneinandergeraten.

Am Video nicht zu sehen

Die Szene war von den Schiedsrichtern nicht geahndet worden, auch auf einem Spielvideo der Kapfenberger ist sie nicht zu sehen. Eine entsprechende Szene könnte laut Oberwarter Angaben herausgeschnitten worden sein. Diesbezüglich wird laut Gunners-Vereinsanwalt Wolfgang Steflitsch wegen Urkundenfälschung ermittelt. "Die Aussagen gehen auseinander", erklärte Steflitsch.

Die Kapfenberg Bulls haben zur Entlastung ihres Spielers auch Zuschauer dazu aufgerufen, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen. "Angesichts der schweren Vorwürfe aus Oberwart gegen unseren Spieler Demetrius Nelson spielt das laufende Play-Off für Kapfenberg eine untergeordnete Rolle", heißt es in einer Aussendung des Vereins. Man suche "dringend um Mithilfe, um den Fall vor Gericht lückenlos aufklären zu können".

Das Strafmaß für Körperverletzung beträgt bis zu fünf Jahre Haft. Für den ÖBV-Internationalen Artner ist die Saison nach dem Kehlkopfbruch vorbei. "Es hätte aber noch viel mehr passieren können", erinnerte Gunners-Manager Andreas Leitner. "Das ist alles andere als lustig. Für uns ist das eine sehr ernste Angelegenheit. Danach kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." (APA/red)

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