Mexiko: 59 Leichen in Massengrab gefunden

7. April 2011, 17:05
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Buspassagiere sollen Opfer des Drogenkriegs geworden sein

Mexiko-Stadt - Während tausende Mexikaner gegen die ausufernde Drogenkriminalität demonstrierten, wurde ein neuer grausiger Fund von 59 Leichen in einem Massengrab bekannt. Die Toten seien im Bundesstaat Tamaulipas gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Bei den Opfern handle es sich mutmaßlich um Passagiere eines Autobusses. Das Fahrzeug war am 25. März entführt und die Passagiere offenbar von Drogenkriminellen ermordet worden.

Elf Verdächtige festgenommen

Die Leichen wurden in der Gemeinde La Joya gefunden. Dort waren im August 2010 schon die Leichen von 72 mittelamerikanischen Immigranten entdeckt worden. Sie waren mutmaßlich von Drogenkriminellen umgebracht worden, weil sie sich geweigert hatten, für die Banden zu arbeiten. Nach dem Fund des weiteren Massengrabes seien elf Verdächtigte festgenommen worden. Präsident Felipe Calderon verurteilte die Tat und versprach eine restlose Aufklärung.

Bei den größten landesweiten Kundgebung gegen die Drogenkriminalität seit Beginn des Frontalangriffs des Staates gegen die Drogenkartelle 2006 forderten die Demonstranten auch den Rücktritt Calderons. Sie warfen ihm vor, Mitschuld an der Entwicklung zu tragen, weil er die Armee gegen die Drogenkriminelle einsetzt. In den vergangenen knapp fünf Jahren sind in Mexiko mindestens 35.000 Menschen im Kampf der Drogenkartelle gegen die Behörden ums Leben gekommen.

Amnesty International bezeichnete den Fund des Massengrabes als weiteren Beweis dafür, dass die Sicherheitspolitik der Regierung gescheitert sei. Solche Verbrechen seien in der Vergangenheit viel zu oft ungesühnt geblieben, sagte Rupert Knox von der Menschenrechtsorganisation. (APA/dpa)

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