Verwirrung um libysche Vertretung in Wien

7. April 2011, 16:05
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Botschafter bekannte sich zu Rebellen, einige Mitarbeiter zu Gaddafi

Wien - Unklarheit herrscht derzeit darüber, wen die offizielle Vertretung Libyens in Österreich eigentlich derzeit vertritt: Die österreichische Regierung betrachtet den derzeitigen libyschen Botschafter in Wien, Ahmed Menesi, weiter als offiziellen Vertreter seines Landes, obwohl dieser sich Anfang März zur Rebellenregierung in Benghazi (Bengasi) bekannte, die von Österreich nicht anerkannt wird. "Der Botschafter ist für uns der Ansprechpartner", sagte Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Donnerstag der APA.

Am Flaggenmast der libyschen Botschaft in Wien-Döbling hängt seit mehreren Wochen die alte Königsflagge Libyens, das Erkennungszeichen der Rebellen. Die libysche Botschaft in Wien distanzierte sich Ende Februar erstmals in einer Aussendung vom Gaddafi-Regime. In der Botschaft gibt es jedoch weiterhin Mitarbeiter, die sich zu Gaddafi bekennen, sagte Launsky-Tieffenthal. Viele Regierung Europas stünden derzeit vor dem Problem, in den offiziellen Vertretungen Libyens keinen klaren Ansprechpartner zu haben.

Laut Informationen des Außenamtes hält Botschafter Menesi Kontakt zur Rebellenregierung nach Bengasi. Für konsularische Anfragen - etwas Visa für Journalisten - werde jedoch weiterhin auch Absprache mit Tripolis gehalten. Bei einem Lokalaugenschein der APA in der Botschaft war Botschaftspersonal zu sehen. Das Innere des Gebäudes wird von der privaten Sicherheitsfirma G4S gesichert. Der Botschafter oder ein Sprecher waren für die APA nicht zu erreichen. (APA)

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