Hitze und Regen als härtester Red Bull-Gegner

7. April 2011, 12:02
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Dominator Vettel: "Wird knifflig" und: "Für das Wort Dominanz ist es noch zu früh"

Sepang - Weltmeister und Auftaktsieger Sebastian Vettel geht als haushoher Favorit in den Formel-1-Grand-Prix von Malaysia in Sepang. Der 23-Jährige wird im Gegensatz zu seinem Erfolg in Australien diesmal voraussichtlich auf zusätzliche KERS-Power vertrauen, Red Bull will über den Einsatz des Energierückgewinnungssystems am Freitag entscheiden. Vettel ist nach einem Kurzurlaub auf Bali bestens erholt, trotz der Solofahrt vor zwei Wochen im Albert Park in Melbourne zeigt er sich aber zurückhaltend.

"Für das Wort Dominanz ist es noch zu früh. Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Es kann viel passieren", sagte der Deutsche, der saisonübergreifend die jüngsten drei Rennen gewonnen hat. Der Australien-Zweite Lewis Hamilton (McLaren) sieht Vettel und seinen Teamkollegen Mark Webber aber weiter klar im Vorteil: "In Malaysia ist die Aerodynamik noch wichtiger. Dort sollte Red Bull also noch überlegener sein."

Der größte Gegner Vettels, der vor einem Jahr in Sepang gewann, könnte das traditionell sehr sprunghafte Wetter in Malaysia sein. "In Malaysia ist es heiß und es regnet jeden Tag. Die Frage ist nur: wann und wie viel regnet es? Es wird sehr knifflig", meinte Vettel. Für das Rennwochenende ist auch diesmal Regen prognostiziert worden. Zudem wird erwartet, dass die neuen Pirelli-Reifen in der malaysischen Tropenhitze (35 Grad, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit) deutlich schneller abbauen.

Die Teamstrategen werden am Sonntag also besonders gefragt sein. Im Extremfall droht ein ähnliches Chaos wie 2009. Damals hatte der Grand Prix nach Wolkenbrüchen in der 31. von 56 Runden abgebrochen werden müssen, weil die Piloten auf der völlig überfluteten Strecke praktisch im Blindflug unterwegs waren.

Webber war als Fünfter in seiner australischen Heimat klar im Schatten von Vettel gestanden, der 34-Jährige hatte vor allem über fehlenden Grip geklagt. Teamchef Christian Horner bestätigte aber, dass am RB7 von Webber einige Details verändert worden sind. "Ich will in Malaysia auf jeden Fall etwas vom Champagner kosten und auf das Podium fahren", ließ Webber wissen.

McLaren hatte nach schwachen Testergebnissen in Australien überrascht. Hamilton sieht aber nun Malaysia mit langen Hochgeschwindigkeitsgeraden und einigen Haarnadelkurven als Stunde der Wahrheit. "Sepang ist eine Strecke, auf der man ein klareres Bild über die wahren Kräfteverhältnisse erhalten wird", erklärte der Weltmeister 2008, der in Melbourne als erster Verfolger 22 Sekunden Rückstand auf Vettel hatte.

Die Verlierer zum WM-Start waren Ferrari und Mercedes gewesen. Die Italiener wurden durch fehlenden Speed im Qualifying zurückgeworfen, die Deutschen mussten im Rennen aufgrund von Kollisionen einen Doppelausfall hinnehmen. Ferrari-Star Fernando Alonso weiß nach seinem vierten Rang zum Auftakt: "Wir müssen uns besser präsentieren. In unserem Auto steckt noch sehr viel ungenütztes Potenzial, das gilt es zu entfalten."

Dasselbe gilt für Mercedes und Rekordweltmeister Michael Schumacher. "Wir nehmen die Situation jetzt als Herausforderung. Es ist mit Sicherheit viel zu früh, uns schon abzuschreiben", stellte Schumacher klar. "Schumi" hält in Sepang mit drei Siegen und fünf Pole-Positions die Bestmarken. Sein Teamkollege Nico Rosberg kündigte selbstbewusst an: "Ich denke, wir können die Leute am Sonntag überraschen." (APA/Reuters)

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    Sebastian Vettels Schweißporen werden sich bei 35 Grad in Sepang öffnen.

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