Europas Börsen schließen schwächer

7. April 2011, 19:01
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Klare Kursverluste im Späthandel - EZB erhöht Leitzins wie erwartet

Wien - Die europäischen Aktienmärkte sind am Donnerstag nach einem erneut schweren Erdbeben in Japan mit schwächeren Notierungen aus der Sitzung gegangen. Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) indessen den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent erhöht. Der Auswahlindex Euro-Stoxx-50 ließ um 0,26 Prozent auf 2.663,69 Zähler nach.

Die Augen der Anleger waren am Donnerstag nach Frankfurt auf die Zinssitzung der europäischen Notenbanker gerichtet. Die Ratsmitglieder rund um EZB-Chef Jean-Claude Trichet haben sich wie an den Märkten schon seit geraumer Zeit erwartet zu einer Erhöhung der Zinsrate entschlossen, um der Teuerung in der Währungsunion entgegen zu wirken. Es war dies die erste Änderung des Zinses seit Mai 2009 und die erste Erhöhung seit Juli 2008. Die Bank of England hat indessen ihren Leitzins bei 0,5 Prozent beibehalten.

Im späten Handel belasteten erneut Nachrichten aus Japan die Stimmung an den Märkten. Das Land hat noch nicht einmal die Nachwehen der letzten Erdbebenkatastrophe verdaut, schon wieder wird Japan von einem schweren Erdbeben erschüttert. Zudem ist am späten Nachmittag mitteleuropäischer Zeit eine Tsunami-Warnung für die Krisenregion Miyagi ausgegeben worden.

Bankenbranche im Fokus

Unter den Einzelwerten in Europa rückte die Bankenbranche in den Fokus. Nachdem Portugal nach langem Zögern nun doch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft, atmeten die Anleger bei Bankenwerten spürbar auf. Experten warnten allerdings, dass die Schuldenkrise damit noch nicht ausgestanden sei. Die portugiesischen Bankenwerte von Banco Espirito Santo (plus 4,18 Prozent auf 2,99 Euro) und Banco Comercial Portugues (plus 4,07 Prozent auf 0,614 Euro) legten deutlich zu.

Auch an der Spitze des europäischen Auswahlindex Euro-Stoxx-50 waren die Aktien großer Banken zu finden. Credit Agricole erhöhten sich in Paris um 1,81 Prozent auf 11,82 Euro und Intesa Sanpaolo gewannen in Mailand um 1,87 Prozent auf 2,286 Euro. In Zürich konnten sich Credit Suisse um 2,12 Prozent auf 41,01 Franken verbessern.

In Frankfurt mussten Commerzbank klare Verluste von 4,94 Prozent auf 5,424 Euro hinnehmen und rutschten ans Ende des Leitindex DAX. Hier belasteten Analystenkommentare zur geplanten Kapitalerhöhung, hieß es aus dem Handel. Am Mittwoch hatten die Commerzbank-Titel noch mit einem Plus von 1,86 Prozent von den Plänen und der vorgesehenen Rückzahlung staatlicher Hilfen profitiert.

In Spanien rutschten die Anteilsscheine von Gamesa am Ende des Leitindex IBEX-35 um 4,45 Prozent auf 7,102 Euro ab. Die Wertpapieranalysten der UBS haben die Anlageempfehlung für die Titel des Herstellers von Windturbinen von "neutral" auf "sell" abgestuft. Sie verwiesen auf Preisdruck und verstärktem Wettbewerb durch chinesische Produzenten.

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 2.882,14 - 36,56 -1,25

Frankfurt DAX 7.178,78 - 36,33 -0,50

London FT-SE-100 6.007,37 - 33,80 -0,56

Paris CAC-40 4.028,30 - 19,86 -0,49

Zürich SPI 5.892,11 + 15,38 +0,26

Mailand FTSE MIB 22.243,99 - 82,53 -0,37

Madrid IBEX-35 10.849,10 + 4,00 +0,04

Amsterdam AEX 367,39 - 2,25 -0,61

Brüssel BEL-20 2.712,26 + 0,57 +0,02

Stockholm SX Gesamt 367,44 - 3,29 -0,89

Europa Euro-Stoxx-50 2.963,69 - 7,79 -0,26 (APA)

 

 

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