Google: Android bleibt offen

7. April 2011, 11:06
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Keine Änderung an der Open-Source-Position - Epic-Chef: "Google muss ein bisschen böser sein"

Mit der Einführung des auf Tablets optimierten Betriebssystems Android 3.0 Honeycomb wurden Stimmen laut, wonach Google seine Mobile-Plattform künftig stärker kontrollieren würde. Die Berichte stützten sich dabei auf eine Ankündigung des Konzerns, wonach man den Source-Code der jüngsten Version vorerst nicht herausgeben werde. Diesen Annahmen widerspricht nun Entwicklungschef Andy Rubin persönlich in einem Blog-Eintrag.

Keine Einschränkungen

Demnach gäbe es keine "Anstrengungen, die Plattform auf eine einzige Chipsatz-Architektur zu standardisieren". Weiters würde Honeycomb, sobald es für Mobiltelefone umgesetzt wurde, wie geplant für Entwickler freigegeben. "Es gibt keine Lock-Downs oder Restriktionen hinsichtlich Interface-Anpassungen", bekräftigt Rubin. Googles Postion zur Offenheit der Android-Plattform habe sich seit dem Start nicht geändert.

Fragmentierung

Rubins Stellungnahme dürfte in erster Linie die Entwicklergemeinde friedlich stimmen. Allerdings ist fraglich, wie Google die zunehmenden Probleme durch die Fragmentierung von Android meistern möchte. Die starke Anpassbarkeit des Systems macht einheitliche Update-Prozesse schwierig, weshalb Handys und Tablets oft erst nach Monaten auf den "neuesten" Stand gebracht werden können. Branchenbeobachter gingen daher davon aus, dass Google künftig die Zügel kürzer halten würde, um eine weitere Fragmentierung zu verhindern.

Hürde für Entwickler

Die geringe Kontrolle über das System und die daraus resultierenden unterschiedlichen Ausgaben der Hardwarehersteller stellen einem Interview mit Epic Games-Chef Tim Sweeney nach auch eine Hürde für Entwickler kommerzieller Applikationen dar. "Wenn ein Konsument ein Handy erwirbt und ein Spiel mit unserer Technologie konsumieren will, muss es ein konsistentes Erlebnis sein - und wir können das nicht für Android garantieren", so Sweeney. Dies sei auch der Grund, weshalb das Spiel "Infinity Blade" nicht für Googles Plattform erscheinen werde. "Google muss ein bisschen böser sein. Sie müssen deutlich bestimmender werden." (zw)

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