Acht Prozent an Wiener Abend-AHS nutzen das Angebot

6. April 2011, 17:47
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Längst nicht alle Schüler mit Migrationshintergrund entscheiden sich für den Schulversuch Türkisch-Matura

Wien - Was ÖVP, FPÖ und BZÖ ablehnen, ist am Abendgymnasium Henriettenplatz in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus seit 2005 Realität: Schüler (die sich hier auf dem zweiten Bildungsweg auf die Matura vorbereiten) können Türkisch als zweite Fremdsprache wählen. Laut Schulleiter Klaus Brandl nutzen im Schnitt acht Prozent die Möglichkeit, in dieser Sprache zu maturieren. Und: Längst nicht alle Schüler mit Migrationshintergrund entscheiden sich für den Schulversuch Türkisch-Matura. Manche würden im Hinblick auf das Studium Latein wählen. Andere, erzählt der zuständige Schulinspektor Karl Blüml, würden von den Eltern dazu gedrängt, zu Englisch lieber eine weitere westliche Sprache zu lernen. Dabei gebe es in der Wirtschaft immer mehr Nachfrage nach Menschen, die Sprachen aus Ländern beherrschen, mit denen Österreich Handelsbeziehungen unterhält. "Das ist ein Gewinn für Firmen."

Die Idee sei gewesen, dass für die vielen Schüler mit türkischem Migrationshintergrund am Abendgymnasium das Lernen dreier Fremdsprachen (Deutsch, Englisch und eine zweite lebende Fremdsprache) eine weitere Hürde auf dem Weg zur Matura sei. Gleichzeitig hätten die Jugendlichen in ihren oft aus dem ländlichen Raum stammenden Familien ihre Muttersprache nie als Standardsprache und in schriftlicher Form gelernt. Geschenkt sei eine Türkisch-Matura für diese Schüler aber nicht, sagt Blüml, "ganz im Gegenteil." Die Schüler hätten beachtliche Stoffmengen zu lernen. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.4.2011)

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