Weitere österreichische Firmen an Bau von Mochovce beteiligt

6. April 2011, 17:33
14 Postings

Transportunternehmen Felbermayr: "Macht Atomkraftwerke auch nicht sicherer, wenn wir nicht für einen guten Transport sorgen“

Während die österreichische Regierung eine Anti-Atompolitik vorgibt, verdienen Österreichs Unternehmen am Bau von Atomkraftwerken: Die Grazer Firma Andritz versorgt weltweit AKWs mit Bauteilen (der STANDARD berichtete). Der Kärntner Unternehmer Hans Peter Haselsteiner ist mit seiner Baufirma Strabag in der Slowakei am Bau der Reaktoren 3 und 4 des AKWs Mochovce beteiligt. Ganze 88 Millionen Euro fasst der Konzern dafür aus. Und die Strabag ist nicht das einzige österreichische Unternehmen, das Geld durch den Bau von Mochovce macht.

Das Welser Transportunternehmen Felbermayr hat ebenfalls am Bau der Reaktoren 3 und 4 in Mochovce mitgewirkt – es lieferte am 2. und 3. September 2010 das 216 Tonnen schwere Reaktordruckgefäß und arbeitete beim Einbau in die Reaktorgrube mit. Siehe youtube-Video:

Der Unternehmenssprecher von Felbermayr im Gespräch mit dem STANDARD: "Das war ein kleiner Auftrag. Und es macht Atomkraftwerke auch nicht sicherer, wenn wir nicht für einen guten Transport sorgen."

Der grüne Abgeordnete Peter Pilz hat nun eine parlamentarische Anfrage an Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gestellt. Darin will er unter anderem wissen, ob der Kanzler bereit ist, "dem Nationalrat einen Gesetzesentwurf zuleiten zu lassen, der die Herstellung von Komponenten für Atomkraftwerke verbietet?" Pilz will eine schwarze Liste mit allen österreichischen Unternehmen, die einen Teil ihres Geldes mit AKW-Bauteilen machen: "Es wird Zeit, aus dem AKW-freien Österreich auch ein AKW-Profiteur-freies Österreich zu machen."

Interessant daran ist außerdem, dass Kanzler Faymann angekündigt hat, gegen die slowakische Regierung wegen des Baus der Reaktoren in Mochovce bei der EU-Kommission ein Verfahren wegen der Verletzung der Aarhus-Konvention einzuleiten. Der 2001 in Kraft getretene Vertrag ist der erste, der jeder Person Rechte im Umweltschutz zuschreibt. (nik, DER STANDARD, 7.4.2011)

Share if you care.