Deutschland: Umsätze der Telekom-Branche so niedrig wie 2001

6. April 2011, 13:55
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Vergangenes Jahr erlösten die Telekom und ihre Rivalen zusammen 59,1 Milliarden Euro

Die Umsätze der deutschen Telekom-Industrie fielen 2010 auf den niedrigsten Stand seit Anfang des Jahrtausends. Vergangenes Jahr erlösten die Telekom und ihre Rivalen zusammen 59,1 Milliarden Euro - ein Minus von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2009, teilte die Bundesnetzagentur am Mittwoch mit. Das ist in etwa so viel wie 2001 und der fünfte Rückgang in Folge. Seit dem Höchstwert von 67,3 Milliarden Euro 2005 schrumpfen die Umsätze der Telefon-, Internet- und Mobilfunkanbieter aufgrund des harten Wettbewerbs und Preissenkungen stetig. Der Rückgang zog nicht nur den Bonner Telefonriesen in Mitleidenschaft, dessen Umsatz allein 2010 auf dem Heimatmarkt um 2,5 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro sank. Auch die Erlöse der Telekom-Wettbewerber gingen insgesamt um 1,8 Prozent auf 31,8 Milliarden Euro zurück.

Wegen der Umsatzerosion drückten viele Telekom-Unternehmen ihre Kosten und strichen Stellen. 2010 beschäftigten die Firmen nach Angaben der Netzagentur noch gut 176.000 Mitarbeiter in Deutschland - 7000 weniger als noch im Vorjahr. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht, da beispielsweise wegen der Umstellung der alten Telefonnetze auf die Internettechnologie viel weniger Techniker gebraucht werden.

Gleichzeitig verzeichnet die Branche aber einen ungebrochenen Kundenansturm. So stieg die Zahl der Breitbandanschlüsse 2010 um 1,2 Millionen auf 26,2 Millionen, davon 23 Millionen per DSL und die restlichen größtenteils über Kabelanbieter wie Kabel Deutschland oder Unitymedia. Immer mehr Bundesbürger nutzen aber auch ihr Multifunktionshandy oder ihr Notebook, um unterwegs mit der Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 im Internet zu surfen. Das Datenvolumen im Mobilfunk hat sich 2010 nach Angaben der Regulierungsbehörde verdoppelt. (Reuters)

 

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