"Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux!"

15. Mai 2003, 19:52
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Internes Microsoft-Mail empfiehlt Preisreduktionen als Erfolgsgarant gegen Open Source

Laut einem Bericht der New York Times findet sich in einem internen Mail des Softwarekonzerns Microsoft ein Hinweis auf die zukünftige Strategie im Kampf gegen Open Source. Der Schlüssel zum Erfolg läge in Preisreduktionen, so das Mail.

"Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux!"

Das von der New York Times zitierte Mail soll den Betreff "Verlieren Sie unter keinen Umständen gegen Linux!" getragen haben, und von Microsoft-Vertriebschef Orlando Ayala mit dem Hinweis "vertraulich" an die Spitzenführungskräfte bei Microsoft gegeangen sein. Darin soll Ayala erklärt haben, dass wenn ein sehr großes Geschäft zu scheitern drohe, man so lange an der Preisschraube drehen müsse, bis der Kunde schließlich doch Microsoft-Produkte nimmt. Ein besonderer 180 Millionen Dollar starker interner Fonds würde auch extreme Preisnachlässe abdecken, so die New York Times weiter. Gegenüber der New York Times erklärte Microsoft-Europa-Chef Jean-Philippe Courtois, dass die Vorgehensweise auch von Mitbewerber mit ähnlicher Taktik verfolgt werde – als Beispiel wurde Sun genannt, das StarOffice an Schulen verschenkt.

Kostenfallen beim Umstieg auf Linux und Co

Wie das Marktforschungsinstitut Gartner in einer aktuellen Studie erklärt, suchen Firmen außerhalb der USA verstärkt nach Alternativen für Microsoft-Software. Die Gründe dafür sind laut Gartner Bedenken wegen der Lizenzierungspraktiken und mangelhafte Sicherheit. Gartner sieht in seiner Studie aber auch mögliche Kostenfallen beim Umstieg von kommerzieller Software auf Open-Source. Unternehmen die bei Betriebsprozessen schlampig arbeiten würden und Mitarbeiter nicht ausreichend schulen, könnten auf einmal unerwartet hohe Kosten haben. IDC weist in einer Studie für Linux Linux unter allen verfügbaren Open-Source-Produkten einen Marktanteil von 26 Prozent im Server-Markt aus. Microsoft hat dieser Studie zufolge einen Marktanteil von 44 Prozent.(red)

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