Grenzen ziehen

13. Mai 2003, 15:23
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Verflechtung zwischen Arbeit und Privatleben ist für die Familie ungut und erhöht bei Managern Konfliktanfälligkeit

East Lansing/Michigan - Mit der Flexibilität E-Mails zu Hause zu checken, den Chef auf dem Weg zur Arbeit anzurufen und SMS für ein Treffen zu versenden hat sich die Arbeitswelt geändert. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung sind aber Menschen, die Arbeit und Familie verflechten, nicht immer glücklicher. Laut Wissenschaftlern der Michigan University sind Manager, die beide Bereiche verbinden, anfälliger für Familienkonflikte und haben darüber hinaus auch mehr Arbeit.

Schlecht für beide Bereiche

Die US-Forscher unter der Leitung von Ellen Kossek untersuchten bei 95 Abteilungsleitern und mehr als 300 Angestellten, wie Arbeit mit gleichzeitiger Familienverpflichtung das Glück, die Leistung und die Arbeitszeit beeinflusst. Verschwimmen die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit wirkt sich dies negativ auf Arbeitszeit und Familienleben aus, so Kossek. Vor allem Kinder würden nicht verstehen, warum Väter zu Hause im Wohnzimmer am Computer sitzen, geistig aber ganz wo anders sind. Daher rät die Forscherin jenen, deren Arbeitsstätte im Eigenheim ist, zu einem separaten Eingang.

Zeitfallen

Darüber hinaus stellen sich laut Studie alle technologischen Fortschritte zur Zeitersparnis wie Laptops als Zeitfallen heraus. Es zeigte sich, dass jene, die in nur einem Büro tätig waren, im Durchschnitt 43 Stunden pro Woche arbeiteten. Wurde an zwei verschiedenen Orten gearbeitet stieg das Arbeitspensum auf wöchentlich 45 Stunden.

Noch schlimmer wurde es mit drei Arbeitsstätten, dann stieg die durchschnittliche Arbeitswoche auf 52 Stunden. Bei Mitarbeitern, die ihre Arbeit mit nach Hause nahmen, sank darüber hinaus die von den Abteilungsleitern beurteilte Leistung. "Die geringe Leistungsbewertung kommt vielleicht dadurch zustande, dass Manager nicht wissen, wie sie abwesende Mitarbeiter managen sollen", resümiert Kossek. (pte)

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