Proteomik-Plattform gegründet

14. Mai 2003, 19:40
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Rund 40 Experten aus Innsbruck, Graz und Wien beteiligt

Innsbruck - Rund 40 Experten aus Innsbruck, Graz und Wien haben sich am Montag zur Österreichischen Proteomik-Plattform (APP) zusammengeschlossen. Ziel der aus insgesamt fünf Arbeitsgruppen bestehenden Plattform sei es, neue Technologien zu entwickeln und Krankheiten besser erforschen zu können, formulierte der Koordinator Univ.-Prof. Lukas Huber von der Uni Innsbruck.

Neben der DNA sind Proteine für Krankheiten wie etwa Krebs, Geschwüre sowie Entzündungen verantwortlich, hielt Huber fest. Eine der "größten Herausforderung der molekularen Biowissenschaften" sei daher, neben dem Genom (Gen) auch das Proteom aufzuklären. Proteome stellen, wie der Innsbrucker Wissenschafter erklärte, die Gesamtheit aller Proteine (Genprodukte) einer Zelle und deren Funktionen dar. Die neue Plattform soll die bereits laufende Genomforschung wesentlich unterstützen.

Internationale Ebene

"Mit Hilfe der Proteomik-Plattform wollen wir im internationalen Feld zudem gestärkt auftreten können", sagte Univ.-Prof. Günther Bonn vom Innsbrucker Institut für Analytische Chemie und Radiochemie. Huber rechnete zudem mit einem "enormen wissenschaftlichen Aufschwung" in diesem Wissenschaftsbereich. Es sollen neue Arbeitsplätze, neue Erfindungen sowie Patente entstehen.

Die Plattform APP wurde von einer internationalen Jury des Wiener Wissenschaftsministeriums ins Leben gerufen. Die Gruppe besteht aus insgesamt fünf Arbeitsgruppen der drei Unis in Wien, Graz und Innsbruck, das die Koordination innehat. Die Plattform, die mit insgesamt zwei Millionen Euro subventioniert wird, soll vorerst drei Jahre lang bestehen. "Unsere Arbeit wird regelmäßig von US-Topwissenschaftern kontrolliert. Daher stehen wir enorm unter Druck", sagte Huber. (APA)

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