150 Festnahmen bei Protesten

3. April 2011, 11:43
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Amnesty: "Diese Reaktion zeigt die strikte Weigerung der Behörden, jede Form öffentlichen Protests zuzulassen"

Baku/Moskau - Bei Demonstrationen in Aserbaidschan gegen die autoritäre Regierung von Präsident Ilham Alijew (Aliyev) hat die Polizei des Kaukasus-Staates mehr als 150 Menschen festgenommen. "Diese Reaktion zeigt die strikte Weigerung der Behörden, jede Form öffentlichen Protests zuzulassen", sagte John Dalhuisen von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. Hunderte Sicherheitskräfte seien in der Hauptstadt Baku im Einsatz gewesen und hätten Journalisten an einer Berichterstattung gehindert.

Die Opposition in der früheren Sowjetrepublik hatte nach dem Vorbild der Proteste in Nordafrika und dem Nahen Osten auch über soziale Medien wie Facebook zu der nicht genehmigten Kundgebung am Samstag aufgerufen. Mehrere hundert Menschen forderten "Freiheit" und Alijews Rücktritt. Das Staatsfernsehen nannte die Proteste einen Versuch fremder Mächte, Aserbaidschan zu destabilisieren. Facebook-Nutzer seien psychisch krank, hieß es in den Berichten.

Menschenrechtler beklagen Unterdrückung Andersdenkender in dem rohstoffreichen Land sowie Übergriffe auf die Opposition. Proteste sind wegen des hohen Sicherheitsaufgebotes in Aserbaidschan sehr selten. (APA)

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