Kerngeschäfte im maximalen Bürokomplex

2. April 2011, 21:34
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Das "Marximum" wird für Hochtief Development Austria eine Freude von kurzer Dauer sein: Sobald die Hälfte der Flächen vermietet ist, soll verkauft werden

Die Hochtief Development Austria entwickelte in St. Marx den nachhaltigen Bürocluster "Marximum". Eine Freude von kurzer Dauer: Sobald die Hälfte der Flächen vermietet ist, soll das Projekt verkauft werden.

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Wien - Als die vier Gasometer 2001 nach einer mühsamen, jahrelangen Revitalisierung eröffnet wurden, träumte die Stadt Wien noch von einem neuen aufstrebenden Boomviertel. Zehn Jahre später folgt die Erkenntnis, dass sich der urbane Erfolg nicht auf Kommando aus dem Erdboden stampfen lässt. Erst langsam wird das weite Umfeld der backsteingemauerten Wohnbüchsen bebaut, erst langsam füllen sich die Brachflächen rundherum mit Wohnen und Gewerbe.

Eines der größten Büroprojekte in St. Marx (Investitionskosten über 90 Millionen Euro) hört auf den selbstbewussten Namen Marximum. Entwickelt wurde der 40.000-Quadratmeter-Cluster von der Hochtief Development Austria GmbH, einer Tochter des deutschen Baukonzerns Hochtief AG. "In der Innenstadt kann man solche großen Flächen niemals hinbauen", erklärt Peter Noack, Geschäftsführer der Hochtief Development Austria . "Hier in St. Marx sind derartige Flächenressourcen noch ausreichend vorhanden."

Gut genutzte Flächen, kurze Wege

Das kürzlich fertiggestellte Bauprojekt, das vom Wiener Architekturbüro Gobiet & Partner geplant wurde, erhielt für seine Bauweise das ÖGNI-Nachhaltigkeitszertifikat in Silber. "Die Baukörper sind sehr kompakt, die Energieversorgung ist dank des Anschlusses ans Wiener Fernwärmenetz nachhaltig, und die Behaglichkeit in den Büroräumen ist groß", sagt ÖGNI-Präsident Philipp Kaufmann.

"Anders würden wir so ein Projekt gar nicht erst starten", entgegnet Noack. "Normalerweise rühren wir Büroprojekte mit einem Nutzverhältnis unter 80 Prozent gar nicht erst an. Beim Marximum beträgt das Verhältnis zwischen Bruttogeschoßfläche und vermietbarer Nutzfläche sogar 90 Prozent. Die Flächen sind also sehr gut genutzt, die Wege sind kurz."

Zu den bisherigen Mietern in den fünf Gebäuden, die über eine gemeinsame Garage unterirdisch miteinander verbunden sind, zählen unter anderem Bank Austria, Gigaset, VA Tech, Usecon, Wincor Nixdorf und Ergo Austria International. Der Vermietungsgrad liegt bei derzeit 42 Prozent. Noack: "Bis Mitte des Jahres rechnen wir mit einer Auslastung von 60 bis 70 Prozent."

Zertifikat als Imageträger

Die Mietpreise liegen je nach Vertragsdauer und Lage zwischen 12 und 13 Euro pro Quadratmeter. Als Incentives werden etwa mietfreie Zeiten und der Ausbau der Flächen angeboten. "Und natürlich ziehen wir einen Teil der Mieter auch über das ÖGNI-Zertifikat an", erklärt Noack. Bei kleineren Unternehmen spiele Nachhaltigkeit keine allzu große Rolle, der Fokus richte sich eher auf die niedrigen Betriebskosten. "Doch bei großen Mietern machen wir die Beobachtung, dass Zertifikate aus Gründen der Corporate Governance immer wichtiger werden."

Sobald die Hälfte der Flächen vermietet sein wird, will Noack die Büroimmobilie weiterverkaufen. "Wir sind Trade-Developer. Unser Kerngeschäft lautet Projektentwicklung, Investition und rasche Veräußerung." (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.4.2011)

  • Graue Büros im Marximum: "Bei anonymen Mietern muss man sich mit Farbe zurückhalten", sagt Noack.
    foto: hochtief development austria

    Graue Büros im Marximum: "Bei anonymen Mietern muss man sich mit Farbe zurückhalten", sagt Noack.

  • Der Büropark Marximum bietet 36.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche.
(Fotos: Hochtief Development Austria)
    foto: hochtief development austria

    Der Büropark Marximum bietet 36.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche.

    (Fotos: Hochtief Development Austria)

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