Tirol will nicht für andere mitzahlen

2. April 2011, 08:31
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Tilg warnt vor Kosten der vom Bund geplanten Spitalsreform

Wien/Innsbruck - Der Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) ist weiterhin skeptisch, was die von Bund und Sozialversicherung angestrebte Spitalsreform betrifft. "Wenn der Bund zentralisiert, ist zu befürchten, dass das Spitalssystem noch teurer wird", sagte er im Gespräch mit der APA. Er wolle nicht, dass die effizienten Bundesländer für andere "hineinbluten" müssen.

Laut Tilg ist die Spitalsversorgung in Tirol um 50 Prozent günstiger als in Wien. Das AKH in der Bundeshauptstadt sei sogar 100 Prozent teurer als das Uniklinikum in Innsbruck. Die Tiroler Krankenanstaltengesellschaft Tilak sei schuldenfrei, ganz im Gegensatz zu den Landesgesellschaften etwa in Kärnten oder der Steiermark. Würden alle so effizient agieren wie Tirol, könnte man 1,8 Mrd. Euro pro Jahr einsparen, meinte er.

"Es kann nicht sein, dass es ein derartiges West-Ost-Gefälle gibt, und man redet darüber nicht", ärgerte sich der Landesrat. Er befürchtet, dass der Bund wegen der Milliardenschulden einiger Bundesländer einschreiten muss und die effizienteren Länder dann per "Rasenmähermethode" zum Handkuss kommen. "Ich möchte das verhindern. Wieso soll man die westlichen Bundesländer abstrafen, die immer sorgsam umgegangen sind?"

Tilg ist auch gegen das von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) angestrebte bundeseinheitliche Krankenanstaltengesetz (KAG). Der Bund wolle die Ordnungsgewalt bekommen, Länder und Gemeinden könnten aber auf den Kosten sitzen bleiben, warnte er. Gegen eine gemeinsame Planung und Steuerung hat der Landesrat nichts einzuwenden, die Finanzierung müsse aber über Landestöpfe geschehen. Aus diesen sollte nicht nur die Finanzierung der Spitäler, sondern auch des niedergelassenen Bereichs erfolgen, sagte er. (APA)

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