Hunderte demonstrieren in Amman für Reformen

1. April 2011, 15:07
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Muslimbrüder fordern Eingreifen des Königs in politischen Prozess

Amman - Mehrere hundert vorwiegend junge Menschen haben am Freitag in der jordanischen Hauptstadt Amman für politische Reformen im Königreich der Haschemiten demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Bewegung 24. März und verlangten den Rücktritt von Ministerpräsident Maruf Bakhit, die Auflösung des Parlaments und eine Änderung der Verfassung, um freie und demokratische Wahlen zu ermöglichen. Die Sicherheitskräfte zeigten eine starke Präsenz, um Zusammenstöße wie vor einer Woche zu verhindern.

Am 25. März hatten Anhänger der Regierung Bakhit und Sicherheitskräfte eine friedliche Dauerbesetzung der Jugendbewegung im Zentrum von Amman gewaltsam aufgelöst. Dabei waren ein Mann getötet und 120 Menschen verletzt worden.

Die stärkste Oppositionskraft in Jordanien, die islamische Muslimbruderschaft, forderte am selben Tag König Abdullah II. auf, "direkt" in den politischen Prozess einzugreifen und ein "umfassendes Reformpaket" vorzuschlagen. Der Monarch hatte einen Nationalen Dialog-Rat eingesetzt, in dem sich Regierungs- und Oppositionsvertreter auf Reformen einigen sollen, sich aber bisher in die Arbeit dieses Gremiums nicht eingemischt.

Die Beratungen im Dialog-Rat wurden allerdings unterbrochen, nachdem sich die Opposition wegen der blutigen Unterdrückung des Protests vor einer Woche aus dem Gremium zurückgezogen hatte. Sie beanstandet außerdem, dass es von Ministerpräsident Bakhit geleitet wird, einem Hardliner mit enger Bindung an den Sicherheitsapparat. (APA)

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    Proteste in Amman.

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