Schlechter Doktor-Internet

3. April 2011, 17:08
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NÖ-Patientenanwalt bringt Broschüre zu Med-Info

Die Statistik Austria hat ermittelt: 46 Prozent der heimischen User suchen im WWW immer dann Rat, wenn es ihnen nicht gut geht. Und zwar gesundheitlich. Medizinische Informationen im Netz sind überbordend, vieles davon ist nicht immer seriös, und wer auch nur ein bisschen hypochondrisch veranlagt ist, riskiert bei einer Web-Recherche einen Horrortrip.

Der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger hat aus diesem Grund in Kooperation mit der Gesundheit Österreich (GÖG) eine Broschüre erstellt. "Wir haben einen ausführlichen Praxisleitfaden und als Kurzfassung einen Folder in Form von Checklisten gestaltet. Das sind Werkzeuge, mit denen man die Qualität von Informationsangeboten aus dem Web bewerten kann", erklärt Bachinger. Ein Sieben-Punkte-Programm lässt Internet-User die Seriosität von Quellen einschätzen. Eine Internetrecherche ersetzte aber natürlich niemals den Arztbesuch, betont der Patientenanwalt, könne aber als Vorbereitung durchaus wertvoll sein.

Praktischerweise ist ein Praxisleitfaden als Vorbereitung für ein Arzt-Patienten-Gespräch genauso enthalten wie eine Liste seriöser, medizinischer Quellen im World Wide Web. "Wir wollen Menschen Sicherheit im Umgang mit medizinischen Informationen geben", so Bachinger. Der Folder "Wie finde ich seriöse Gesundheitsinformationen im Internet" ist kostenlos. (pok, DER STANDARD Printausgabe, 04.04.2011)

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