Waffen und Sanktionen gegen Gbagbo

1. April 2011, 07:27
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Der Uno-Sicherheitsrat hat Sanktionen gegen den Wahlverlierer in Côte d'Ivoire, Laurent Gbagbo, beschlossen, um ihn zum Rücktritt zu zwingen - Die Rebellen suchen die militärische Entscheidung

In Cote d'Ivoire steht der amtierende Präsident Gbagbo vor dem Aus. Das Lager des international anerkannten ivorischen Präsidenten Ouattara ordnete die Schließung der Grenzen an und nahm eigenen Angaben zufolge das Gebäude des Staatsfernsehens der Elfenbeinküste ein. Über die Wirtschaftsmetropole Abidjan wurde eine nächtliche Ausgangsperre verhängt.

Der Chef der Gegenregierung sprach am Donnerstag davon, dass dem in der Metropole Abidjan isolierten Gbagbo nur noch wenige Stunden im Amt blieben. "Das Spiel ist aus", sagte Guillaume Soro zur Nachrichtenagentur Reuters. Seit Beginn der Krise wurden bei Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern knapp 500 Menschen getötet. Millionen wurden obdachlos.

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Abidjan - In Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) stand der amtierende Präsident Laurent Gbagbo nach Angaben seiner Gegner am Donnerstagabend vor dem Aus. Der Chef der Gegenregierung sprach davon, dass dem in der Metropole Abidjan isolierten Gbagbo nur noch wenige Stunden im Amt blieben. "Das Spiel ist aus", sagte Guillaume Soro am Donnerstag in der Hauptstadt Yamoussoukro.

Der Chef der Uno in Côte d'Ivoire, Choi Young Jin, sagte dem Sender France Info, 50.000 bewaffnete Polizisten und Gendarmen hätten Gbagbo "verlassen". Dieser habe zu seinem Schutz nur noch die um den Präsidentenpalast und seine Residenz postierten "Spezialkräfte". Die Kämpfer des gewählten Präsidenten Alassane Ouattara erreichten am Donnerstag Abidjan. UN-Truppen übernahmen am Donnerstagabend die Kontrolle über den Flughafen. Ouattara verhängte eine Ausgangssperre bis Sonntag früh.

Franzosen im Einsatz

Nach Angaben übereinstimmender Quellen sind in Abidjan französische Soldaten im Einsatz. Die Soldaten seien in einem Viertel im Süden aufmarschiert, wo es Plünderungen gegeben habe. Sie sollten Landsleute vor Angriffen von Anhängern Gbagbos retten. Frankreich unterhält ein 1000 Soldaten starkes Kontingent im Land.

Indes begannen Ouattaras Unterstützer nach eigenen Angaben damit, den Regierungssitz Abidjan zu umzingeln. Die Stadt solle belagert werden, bis der aus der Präsidentschaftswahl vom November als Verlierer hervorgegangene Gbagbo sich geschlagen gebe, sagte Soro dem Fernsehsender France 24. Er fügte hinzu, dass mehrere Generäle aus der Truppe Gbagbos auf Ouattaras Seite übergelaufen seien, und kündigte öffentliche Erklärungen der Deserteure an. Seit dem Start der Offensive vor vier Tagen haben die Kämpfer die Kontrolle über drei Viertel des Landes übernommen.

Seit Beginn der Krise wurden bis zu 500 Menschen getötet. Nach UN-Angaben sind fast eine Million Menschen auf der Flucht.

Angesichts der Entwicklungen zimmerte Frankreich zusammen mit Nigeria hastig einen UN-Resolutionsentwurf, der in der Nacht auf Donnerstag vom Sicherheitsrat einstimmig angenommen wurde. Er sieht Sanktionen gegen Gbagbo, seine Frau Simone und drei enge Vertraute des Wahlverlierers vor: Reiseverbote und Kontensperren. EU, USA und Afrikanische Union haben bereits Strafmaßnahmen gegen Gbagbo beschlossen. Mit dieser UN-Entscheidung soll der wirtschaftliche Druck auf den Wahlverlierer weiter steigen und ihn zum Rücktritt zwingen, der im Text noch einmal ausdrücklich gefordert wird. (APA, Reuters, raa, STANDARD-Printausgabe, 1.4.2011)

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    Ausländer warten in Abidjan auf ihre Ausreise. Tausende sind nach Kämpfen aus der Metropole geflohen.

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