Teheran auf Konfrontationskurs mit Golf-Monarchien

28. März 2011, 16:34
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GCC wirft Iran Einmischung in Bahrain vor

Riad - Der Krieg der Worte zwischen dem schiitischen Iran und den von sunnitischen Herrscherhäusern regierten arabischen Golfstaaten eskaliert. Entzündet hat sich der Konflikt an den Unruhen in Bahrain, wo die mehrheitlich schiitische Opposition das sunnitische Königshaus durch Protestaktionen zu demokratischen Reformen zwingen will. Saudi-Arabien intervenierte militärisch, um die Monarchie in Bahrain zu unterstützen.

Der Vize-Generalsekretär des Golfkooperationsrates (GCC), Saad al-Ammar, warf dem Iran in einem Interview mit der der saudiarabischen Zeitung "Al-Iqtisadiyah" vor, Teheran habe sich in die Angelegenheiten des Königreichs Bahrain eingemischt: "Wir haben gehört und gelesen, wie verschiedene Regierungsbeamte aus dem Iran über die Lage in Bahrain gesprochen haben, ganz so, als wäre dies eine iranische Angelegenheit." Die Regierung in Teheran habe alle diplomatischen Gepflogenheiten über Bord geworfen und mehrere rote Linien überschritten. Deshalb sei die Entscheidung der bahrainischen Führung, ihren Botschafter aus Teheran abzuberufen, richtig gewesen.

GCC-Truppen in Bahrain

Der GCC, zu dem Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, das Sultanat Oman, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gehören, hatte Mitte März entschieden, Truppen nach Bahrain zu schicken, um König Hamad Bin Issa al-Khalifa bei der Bekämpfung der Aufstandsbewegung der schiitischen Mehrheitsbevölkerung beizustehen. Saudi-Arabien schickte 1000 Angehörige der Nationalgarde, Polizisten kamen aus den Emiraten, auch Kuwait und Katar schickten kleinere Kontingente. Die USA, die einen Marinestützpunkt in Bahrain unterhalten, waren gegen die Entsendung der Truppen gewesen.

US-Vizepräsident Joe Biden telefonierte am Sonntag mit dem bahrainischen Kronprinzen Salman Bin Hamad al-Khalifa, der eher als andere Mitglieder des Königshauses bereit ist, sich auf ernsthafte Verhandlungen mit der Opposition einzulassen. Sein Einfluss innerhalb der Familie soll jedoch in den vergangenen Wochen gesunken sein. (APA)

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