Keine Besserung in Fukushima

23. März 2011, 21:00
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Erhöhte Radioaktivität in Lebensmitteln - Trinkwasserbelastung in Tokio

Die Lage in Fukushima bleibt für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) trotz einiger Verbesserungen sehr ernst. Die radioaktive Strahlung aus dem japanischen Atomkraftwerk erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Am Mittwoch stieg erneut dunkler Rauch über Reaktor 3 auf, weshalb die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 unterbrochen wurden. Die Verstrahlung der Umwelt veranlasste die Regierung, den Lieferstopp für Gemüse aus der Präfektur Fukushima auszuweiten. Die radioaktive Belastung von Trinkwasser in Tokio erreichte einen Grenzwert für Säuglinge und Kleinkinder; sie sollen kein Leitungswasser mehr trinken. Mehrere heftige Erdstöße erschütterten die unmittelbare Umgebung des AKW.

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21:00 Uhr: Wir beenden das Tickern für heute.

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18.40 Uhr: Die Lage in Fukushima bleibt für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) trotz einiger Verbesserungen sehr ernst. "Die Gesamtsituation gibt uns weiter Anlass zu erheblicher Sorge", sagte der IAEO-Experte Graham Andrew am Mittwoch. Im stark zerstörten Reaktor 3 ist es nach IAEO-Informationen nicht möglich, die Instrumente mit Strom zu versorgen. Dort stieg am Mittwoch schwarzer Rauch auf, und Arbeiter mussten die Anlage verlassen. Dazu habe man noch keine aktuellen Informationen japanischer Behörden, sagte die IAEO-Expertin Elena Buglova.

Im Reaktor 1 steigt nach Informationen der UN-Behörde der Druck, im Reaktor 3 war er bis zum Auftreten des Rauches stabil. Eine positive Entwicklung sei, dass nun alle Reaktoren des AKW außer Reaktor 3 Stromversorgung hätten.

Während die Radioaktivitätswerte an der Anlage laut mehreren Stunden alten Daten der IAEO sanken, stiegen die Werte von radioaktivem Jod und Cäsium in der weiteren Umgebung an. Der Trend gehe in zehn Präfekturen generell nach oben, sagte Andrew. Auch im zur Kühlung der Anlage genutzten Meerwasser wurden hohe Jod- und Cäsiumwerte gemessen.

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18.30 Uhr: Nach dem Anschluss an die externe Stromversorgung werden in Block 1 und Block 2 noch immer Tests der elektrischen Systeme und Komponenten durchgeführt. Die Arbeiten an Block 2 sollen laut Medienberichten aufgrund der sehr hohen Strahlenbelastung schwierig durchzuführen sein.

Die Arbeiten in Block 3 und Block 4 zur Wiederherstellung der Elektrizität in beiden Blöcken gehen ebenfalls weiter. Die Kühlsysteme in Block 3 sind gravierend beschädigt. Auch bei Block 3 wurden die Arbeiten mehrmals unterbrochen. Laut NHK war für Mittwoch geplant, die Pumpen zu testen um sie am Donnerstag in Betrieb nehmen zu können. Diese Tests seien aber verschoben worden.

Aufgrund erhöhter Konzentrationen von radioaktiven Stoffen werden die Untersuchungen des Meerwassers auf Radioaktivität ausgeweitet.

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17.15 Uhr: Radioaktive Partikel von der Atomkatastrophe in Japan haben nun auch das nordeuropäische Festland erreicht. Sowohl die finnische als auch die schwedische Strahlenschutzbehörde meldeten am Mittwochnachmittag erstmals entsprechende Beobachtungen. Die Messwerte von radioaktivem Jod sowohl in Rovaniemi als auch in der finnischen Hauptstadt Helsinki seien "äußerst gering", hieß es seitens der Helsinkier Behörde STUK. Die Jod-Partikel seien nur mit Hilfe besonderer Methoden im Labor nachweisbar und betrögen nur "Millionstel" dessen, was gesonderte Maßnahmen erfordern würde.

Die schwedische Strahlenschutzbehörde bestätigte, dass in den vergangenen Stunden auch an mehreren Messstationen in Schweden in den vergangenen Stunden erhöhte Konzentrationen radioaktiver Partikel gemessen wurden. Es handle sich jedoch um "vernachlässigbare Mengen", betonte eine Sprecherin.

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17.00 Uhr: Nach der Atomkatastrophe in Fukushima will der Betreiber eines Kernkraftwerks an der Küste im Süden Tokios einen zwölf Meter hohen Tsunami-Schutzwall bauen. Zudem werde der Bau eines sechsten Reaktors in der Anlage nach dem verheerenden Erdbebeben um ein Jahr verschoben, teilte Japans drittgrößter Energiekonzern Chubu Electric Power am Mittwoch weiter mit. Für diese Zeit kündigte der Versorger eine Überprüfung seiner Sicherheitspläne an.

Der neue Reaktor solle aber dennoch wie geplant im März 2024 in Betrieb genommen werden. Der Konzern hielt zudem an seinem erst kürzlich angekündigten Vorhaben fest, bis zum Jahr 2030 ein zweites Atomkraftwerk zu bauen. Auch das Katastrophen-AKW in Fukushima hat sechs Reaktoren.

Die zwölf Meter hohe Schutzmauer, die die Anlage Hamaoka 200 Kilometer südwestlich von Tokio vor einem Tsunami schützen soll, will Chubu in den kommenden Jahren errichten. Die Gegend wird Experten zufolge etwa alle 100 bis 150 Jahre zufolge von Erbeben der Stufe acht oder darüber heimgesucht. Das jüngste Erbeben dieser Stärke liege bereits länger als 150 Jahre zurück. Studien hätten ergeben, dass ein Erdbeben in der Gegend maximal Flutwellen von acht Metern Höhe auslöse, erklärte der Konzern.

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16.50 Uhr: Die Zahl der Toten und Vermissten in Japan nach dem Mega-Erdbeben und dem Tsunami steigt weiter. Nach Angaben der nationalen Polizeibehörde vom späten Mittwochabend (Ortszeit) gibt es 9.523 bestätigte Todesopfer. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die meisten Toten stammen aus der Präfektur Miyagi, dort starben mehr als 5.700 Menschen. Regierungsangaben zufolge verloren mehr als 260.000 Menschen ihre Wohnungen und sind in Notfalllagern untergebracht.

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15.59 Uhr: Entwarnung zu einer möglichen Radioaktivität in Österreich hat es Donnerstagnachmittag auch vom Umweltbundesamt (UBA) gegeben. Wie zuvor schon die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bestätigte auch das UBA, dass es zu keiner messbaren Belastung kam. "Aufgrund der Entfernung und der Verdünnungseffekte wird die Radioaktivität in Österreich - wenn überhaupt - nur in geringfügigem Ausmaß messbar sein. Und das würde innerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs liegen", sagte Karl Kienzl, stellvertretender UBA-Geschäftsführer. "Eine Gefahr für die Bevölkerung in Österreich besteht derzeit nicht." Die Emissionen würden in der Luft verwirbelt, von dieser stark verdünnt und global verfrachtet.

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15.18 Uhr: Kleinkinder bis zu einem Alter von einem Jahr sollten kein Leitungswasser mehr trinken, erklärte der Regierungschef der Hauptstadtregion, Shintaro Ishihara, am Mittwoch. Auch sollte mit dem Wasser keine Babynahrung zubereitet werden. Die japanische Regierung forderte die Bevölkerung dennoch auf, sich keine Vorräte mit Flaschenwasser anzulegen.

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15.15 Uhr: Die Luftströmung mit radioaktiven Partikeln aus Japan soll laut deutschem Umweltbundesamt auch Europa erreicht haben. Eine extrem verdünnte Radioaktivität wurde laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bereits vor Stunden auf Island registriert. Eine sehr schwache, kaum messbare Konzentration könnte auch Österreich treffen.

Die Jod-131-Werte in Reykjavik waren nahe an der Nachweisgrenze, andere Isotope als Jod wurden nicht festgestellt, so die ZAMG. Für die Gesundheit der Menschen in Europa bestehe keine Gefahr.

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14.35 Uhr: In der EU sind bei Kontrollen von Lebensmitteln aus Japan bisher keine erhöhten Strahlenbelastungen aufgefallen. "Es wurde nichts entdeckt", sagte der Sprecher von EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar John Dalli am Mittwoch in Brüssel. Schon in der vergangenen Woche hatte die EU die 27 Mitgliedstaaten aufgefordert, aus Japan eingeführte Lebensmittel zu untersuchen. Nun lägen erste Ergebnisse vor.

Falls ein Staat kontaminierte Lebensmittel entdeckt, kann er über das europäische Schnellwarnsystem für Nahrungs- und Futtermittel (RASSF) eine entsprechende Mitteilung an die EU-Länder gegeben. Laut EU-Kommission ist in Europa der Anteil japanischer Lebensmittel sehr gering. 2010 führten die 27 Länder lediglich Lebensmittel im Wert von 65 Millionen Euro ein, vor allem Fisch und Meeresfrüchte.

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14.30 Uhr: Hohe Strahlung und Hitze behindern das Vorankommen in Fukushima. Die Arbeiten in den Blöcken 3 und 2 wurden unterbrochen. Im Block 2 wurde eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen, und auch in der Schutzzone rund um das AKW lag die Belastung bei mehr als 100 Millisievert pro Stunde. Die natürliche Strahlung liegt bei zwei Millisievert pro Jahr.

In Reaktor 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Block 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.

Probleme bereitet auch Block 1. Weil dort die Temperatur auf 400 Grad Celsius geklettert war, wurde dieser Reaktor erneut von außen mit Wasser gekühlt. Danach sei die Temperatur auf 360 Grad gesunken, berichtete der Fernsehsender NHK. Das technische Design des Reaktors sei allerdings nur auf eine Temperatur von 300 Grad ausgelegt.

Auch Reaktorblock 4 wurde zeitweise wieder von außen mit Wasser besprüht. Dort ist es das Ziel, das Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe zu kühlen. Als nächstes wollen die Betreiber versuchen, die regulären Kühlsysteme der Reaktorblöcke wieder in Gang zu bringen.

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13.19 Uhr: Wegen Problemen in der Umspannanlage des Kernkraftwerks Krsko (Slowenien), also außerhalb des nuklearen Teils des Komplexes, ist es zu einer automatischen Schnellabschaltung im AKW gekommen. Weiterlesen

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13.15 Uhr: Robert Gale, ein Arzt, der 1986 Tschernobyl-Opfer behandelt hatte, schätzte den 50-Meilen-Radius (ca. 80 Kilometer), den die USA als Sicherheitszone rund um Fukushima Eins festgesetzt haben, als Überreaktion ein. "Es gibt keinen ernsthaften Grund für eine größeren Rahmen als die 12,4 von Japan festgelegten Meilen", sagte er gegenüber Japan Times.

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12.58 Uhr: Auch Hong Kong sprach ein Importverbot für Lebensmittel aus fünf japanischen Präfekturen aus, so die dortige Regierung.

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12.12 Uhr: Das Erdbeben und der Tsunami in Japan entwickeln sich zur bisher teuersten Naturkatastrophe. Nach Schätzungen der Regierung in Tokio könnten sich die Kosten der Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami an Gebäuden, Infrastruktur und Geschäften im Nordosten des Landes auf 16 bis 25 Billionen Yen (138,9 Milliarden bis 217 Milliarden Euro) belaufen. Die Weltbank erklärte am Montag, sie rechne mit Kosten von 235 Milliarden Dollar (165 Milliarden Euro), die Investmentbank Goldman Sachs schätzte 200 Milliarden Dollar.

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11.33 Uhr: Die Präfektur Fukushima wurde erneut von einem Nachbeben der Stärke 4,7 erschüttert. Es bestünde aber keine Gefahr eines Tsunamis oder von Auswirkungen auf die Atomanlage, so offizielle Sprecher.

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10.42 Uhr: Auch außerhalb der Sicherheitszone um Fukushima Eins ist nach Schätzungen der Regierung stark erhöhte radioaktive Strahlung aufgetreten. An manchen Orten, die weiter als 30 Kilometer von dem Kraftwerk entfernt seien, habe die Strahlung zeitweise womöglich bei mehr als 100 Millisievert pro Stunde gelegen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch. Es bestehe allerdings kein Grund, die Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Kraftwerk auszuweiten.

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10.38 Uhr: Die japanische Regierung hat vor Panikkäufen von Wasser gewarnt. Die Einwohner von Tokio sollten nicht mehr Trinkwasser in Flaschen kaufen als nötig. Denn Trinkwasser sei in den Katastrophenregionen im Nordosten weiterhin knapp, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. "Wir müssen sicherstellen, dass genug Wasser bereitgestellt wird." Die in Tokio gemessene erhöhte Strahlung im Trinkwasser sei für ältere Kinder und Erwachsene unbedenklich, so Edano weiter.

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10.17 Uhr: Am Mittwochnachmittag Ortszeit stieg wieder schwarzer Rauch aus dem Reaktorgebäude von Block 3 des havarierten Kernkraftwerks auf. Die Ursache war zunächst noch unklar, wie die Atomaufsicht einräumte. Die Betreibergesellschaft Tepco zog vorübergehend ihre Arbeiter ab, die das AKW unter Kontrolle bringen sollen.

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Überblick über die Situation in Japan

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurde am Mittwoch eine Radioaktivität von 500 Millisievert im Block 2 des AKW pro Stunde gemessen - die natürliche Hintergrundstrahlung liegt je nach Region bei etwa 2 Millisievert pro Jahr. In Block 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Reaktorblock 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.

Wegen steigender Temperaturen im Block 1 der Anlage wurde dieser Reaktor von außen mit Wasser gekühlt, wie der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde (NISA), Hidehiko Nishiyama, auf einer Pressekonferenz mitteilte. Ein ähnlicher Einsatz begann nach seinen Angaben am Reaktorblock 4 - dort ist es das Ziel, das Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe zu kühlen.

Bei Reaktor 3 stieg am Mittwochnachmittag (Ortszeit) wieder schwarzer Rauch auf. Der Fernsehsender NHK zeigte Bilder von dunklen Schwaden über dem Reaktor. Woher der Rauch kam, war zunächst noch nicht bekannt.

Elf Gemüsearten auf schwarzer Liste

Als nächstes wollen die Betreiber dann versuchen, die regulären Kühlsysteme der Reaktorblöcke wieder in Gang zu bringen, die nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März ausgefallen sind. In Block 1 werde dies bis Freitag angestrebt, sagte der NISA-Sprecher.

Die Regierung rate vom Verzehr von Blattgemüse aus der Präfektur Fukushima ab, erklärte Ministerpräsident Naoto Kan am Mittwoch. Der Regierungschef habe zudem die benachbarte Präfektur Ibaraki aufgerufen, keine Rohmilch mehr auszuliefern, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen nach dem Unglück im AKW Fukushima eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.

Regierungssprecher Yukio Edano sagte auf einer Pressekonferenz, der Verzehr dieses Gemüses gefährde zwar nicht die Gesundheit. "Wir sehen aber, dass die Werte hochgehen und müssen damit rechnen, dass sie ein schädliches Niveau erreichen. "Daher ist es sinnvoll, die Lieferungen jetzt zu stoppen." Und vorsichtshalber sollten Verbraucher kein in der Präfektur Fukushima erzeugtes Gemüse mehr verzehren. In Proben fand das Gesundheitsministerium beim Blattgemüse Kukitachina 82.000 Becquerel an radioaktivem Cäsium und 15.000 Becquerel an radioaktivem Jod - dies übersteigt die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 164 beziehungsweise 7. In der Präfektur Ibaraki wurde auch radioaktiv belastete Milch gefunden.

Babys sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktiven Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung am Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Die Werte übersteigen nach seinen Angaben den Genzwert, den das Gesundheitsministerium für Kleinkinder festgesetzt hat. Die Warnung gelte unter anderem für 22 der 23 Bezirke der japanischen Hauptstadt.

18 Nachbeben innerhalb von 24 Stunden

Die US-Lebensmittelbehörde kündigte strengere Importvorschriften für bestimmte Lebensmittel aus Japan an. Sowohl Milch und Milchprodukte als auch Gemüse und Obst aus den Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Tochigi und Gunma dürften nur noch nach vorherigen Radioaktivitätsmessungen eingeführt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Heftige Erdstöße erschütterten am Mittwoch die Umgebung des AKW Fukushima. In der Anlage seien keine weiteren Schäden entstanden, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde NISA mit. Die laufenden Arbeiten seien nicht gestört worden. Der intensivste Erdstoß hatte um 7.12 Uhr Ortszeit (23.12 Uhr MEZ) die Stärke von 6,0. In der US-Erdbebenwerte wurde eine Stärke von 5,7 gemessen. Das Epizentrum lag 72 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Fukushima und 180 Kilometer nordnordöstlich von Tokio. Hirofumi Yokoyama vom staatlichen Wetterdienst sagte auf einer Pressekonferenz: "Nach dem großen Erdbeben gab es wahrscheinlich einige tektonische Verschiebungen." Der jüngste Erdstoß sei sehr nahe an der Oberfläche gewesen. Es habe sich um ein Nachbeben der gewaltigen Erschütterung vom 11. März gehandelt. Zuletzt bebte die Erde innerhalb von 24 Stunden mindestens 18 Mal mit einer Stärke von mindestens 5,0.

Nach der Naturkatastrophe vom 11. März wurde bisher der Tod von 9.408 Menschen bestätigt, wie die Polizeiführung am Mittwoch in Tokio nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mitteilte. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März werden noch 14.716 Menschen vermisst. Mit zusammengenommen vermutlich mehr als 23.000 Toten ist das die größte Naturkatastrophe in Japan seit dem Erdbeben von 1923, als 105.000 Menschen in den Tod gerissen wurden. (red/APA/Reuters)

  • Animation über die Ausbreitung der Wolke von Fukushima (permanente Freisetzung/Jod-131) bis Freitag 25.3.2011
    animation: zamg

    Animation über die Ausbreitung der Wolke von Fukushima (permanente Freisetzung/Jod-131) bis Freitag 25.3.2011

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    Die japanischen Behörden veröffentlichten dieses Bild vom 11. März 2011, auf dem der Rückstrom des Tsunami zu sehen ist, nachdem er das Kernkraftwerk Fukushima Eins getroffen hatte.

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    Das Bild von Kraftwerkbetreiber TEPCO zeigt Arbeiter beim Versuch der Kühlung mit Wasser von Reaktor 4.

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    Eine der letzten Spinatlieferungen am Tokioter Tsukiji-Markt. Nachdem im Blattgemüse erhöhte radioaktive Belastung gemessen worden war, verhängte die japanische Regierung einen Lieferstopp.

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    Nach den Warnungen über erhöhte Strahlenbelastungen von Lebensmitteln schüttet ein Bauer in Iitate in der Präfektur Fukushima Milch in eine dafür ausgehobene Grube.

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    Das Kontrollzentrum der Atomanlage Fukushima Eins: Verlassen

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    Die Region Fukushuma kommt nicht zur Ruhe.

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