Auch slowenischer EU-Mandatar zurückgetreten

21. März 2011, 14:43
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Ex-Außenminister verteidigt sich: Es handle sich schon um den zweiten Versuch innerhalb kürzester Zeit, ihn zu diskreditieren

Das Köpferollen in der Brüsseler Lobbyisten-Affäre geht weiter: Nach seinem österreichischen Kollegen Ernst Strasser (ÖVP) ist am heutigen Montag auch der slowenische Europaabgeordnete Zoran Thaler zurückgetreten, nachdem britische Enthüllungsjournalisten ihn als korrupt dargestellt hatten. Er wolle damit zu einer restlosen Aufklärung "dieses Kompromittierungsversuchs" beitragen, sagte der slowenische Ex-Außenminister bei einer Pressekonferenz in Ljubljana. Er habe nichts Ungesetzliches gemacht, betonte er.

Thaler berichtete, dass er bereits am Montagvormittag auf eigene Initiative die slowenische Behörde zum Kampf gegen die Korruption aufgesucht habe, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. "Ich wünsche mir, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt und sich zeigt, wer illegal gehandelt hat und wer nicht", sagte der sozialdemokratische Politiker. Es stelle sich nämlich die Frage, wer ihn kompromittieren wolle "und ob dabei wirklich alles erlaubt ist, auch Manipulationen und versteckte Aufnahmen". Thaler berichtete, dass man seit November schon zwei Mal versucht habe, ihn anzuschwärzen.

Der slowenische Politiker strich zugleich die Unterschiede seines Falles zu jenem von Strasser und des rumänischen Sozialdemokraten Adrian Severin hervor. "Ich habe den Rubikon der Legalität nicht überschritten", sagte Thaler. Er habe nämlich kein Geld angenommen. Die Untersuchung werde zeigen, "warum das so war". Während Strasser am Sonntag nach einer öffentlichen Aufforderung von ÖVP-Chef Josef Pröll zurücktrat, hält der am stärksten belastete rumänische Ex-Vizepremier Adrian Severin noch aus. Er soll den vermeintlichen Lobbyisten sogar 12.000 Euro in Rechnung gestellt haben, weil er sich für einen Gesetzesvorschlag stark gemacht hat. Das Europaparlament hat in der Affäre bereits eine Untersuchung eingeleitet.

Thaler hatte noch am Sonntag einen Rücktritt abgelehnt und sich selbst als Opfer dargestellt. "Ich könnte ein Handbuch schreiben, wie man Bestechungsversuchen ausweicht", sagte er. Auf das Spiel mit den vermeintlichen Lobbyisten habe er sich eingelassen, um zu ergründen, wer hinter der Angelegenheit stecke. Als Parlamentsberichterstatter für Mazedonien sei er nämlich in jüngster Zeit schon einmal Diskreditierungsversuchen aus dem Balkanland ausgesetzt gewesen. (APA)

 

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