Dutzende demonstrieren in Riad

20. März 2011, 13:55
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Freilassung inhaftierter Verwandter gefordert

Riad - Unbeirrt von starker Polizeipräsenz haben sich Dutzende Menschen am Sonntag zu Protesten vor dem Innenministerium in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad versammelt. Wie ein Reuters-Korrespondent beobachtete, wurden die Männer in traditionellen weißen Gewändern, die die Freilassung inhaftierter Verwandter forderten, dabei von mindestens 50 Polizeifahrzeugen bewacht. "Wir haben mindestens drei oder vier Polizeifahrzeuge gesehen, die Menschen abtransportiert haben", sagte ein Demonstrant. Demnach hätten Sicherheitskräfte etwa 15 Protestler festgenommen, die ins Ministerium gelangen wollten. Proteste sind in Saudi-Arabien generell verboten. Ein Sprecher des Innenministeriums war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Am Freitag hatte der saudi-arabische König Abdullah seinem Volk erneut milliardenschwere Geldgeschenke versprochen, jedoch gleichzeitig auch angekündigt, den Sicherheitsapparat aufzustocken. Damit will der weltgrößte Ölexporteur ein Überschwappen der Protestwelle aus den Nachbarländern verhindern. Insbesondere befürchtet das streng sunnitische Saudi-Arabien eine Ausweitung des Aufbegehrens der Schiiten im Bahrain auf seine schiitische Minderheit, die insbesondere in den Ölfördergebieten lebt. Das Königreich hatte rund 1.000 Soldaten nach Bahrain entsendet, um die dortige Regierung bei der Bekämpfung der Protestbewegung zu unterstützen. (APA/Reuters)

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