Boni Yayi gewinnt Präsidentschaftswahl

18. März 2011, 22:45
posten

Vorläufiges Endergebnis: 53,2 Prozent für Amtsinhaber - Opposition zweifelt Ergebnis an

Cotonou - Bei den Präsidentschaftswahlen im westafrikanischen Benin ist Amtsinhaber Boni Yayi mit 53,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Dabei handle es sich um das vorläufige Endergebnis, teilte die Wahlkommission am Freitag mit. Yayis stärkster Konkurrent, Adrien Houngbedji, kam demnach auf 35,7 Prozent. Das Ergebnis muss noch vom Verfassungsgericht des Landes für rechtskräftig erklärt werden.

Die Verkündung des Wahlergebnisses wurde von Spannungen begleitet. Anhänger der Opposition erklärten, das Ergebnis anzuzweifeln und versuchten, den Vorsitzenden der Wahlkommission daran zu hindern, den Ausgang der Wahl bekanntzugeben. Dieser teilte das Wahlergebnis später in Anwesenheit von Journalisten mit.

Yayis Wahlkampfteam hatte bereits am Dienstag erklärt, er habe die Wahlen gewonnen. Houngbedji widersprach dem jedoch und erklärte, es handle sich um Wahlbetrug. Yayi war 2006 mit dem Versprechen zur Korruptionsbekämpfung angetreten, sieht sich inzwischen aber selbst Betrugsvorwürfen ausgesetzt.

Benin gilt als eine der stabileren Demokratien Afrikas. Dennoch ist das kleine Land zwischen Nigeria und Togo am Atlantischen Ozean bitterarm. Noch immer ist die Korruption weit verbreitet. Die meisten der rund neun Millionen Einwohner verdienen ihren kargen Lebensunterhalt in der Schattenwirtschaft. Viele glauben an Naturreligionen wie den Voodoo-Kult.

Mit rund 113.000 Quadratkilometern ist der Vielvölkerstaat etwas kleiner als Österreich und die Schweiz zusammen. Regierungssitz und wirtschaftliches Zentrum ist die Hafenstadt Cotonou. Neben der Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche afrikanische Sprachen. Viele Menschen leben unter der Armutsgrenze, auf dem Land ist es fast jeder zweite. Benin ist auf Entwicklungshilfe angewiesen. Wichtigstes Exportprodukt ist Baumwolle, die Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen ein Problem.

Vor der Kolonialisierung durch Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts lag auf dem Gebiet Benins das Königreich Dahomey, dessen Reichtum vor allem auf Sklavenhandel basierte. Seine Unabhängigkeit erlangte der Staat im Jahr 1960. Nach mehreren Militärputschen ergriffen 1972 die Kommunisten die Macht und benannten das Land in Volksrepublik Benin um. 1991 war Benin der erste afrikanische Staat, in dem sich nach Ende des Kalten Krieges ein friedlicher Wechsel von der Diktatur zu einer demokratischen Regierung vollzog. (APA)

Share if you care.