Genuss zwischen Innovation und Tradition

15. März 2011, 16:56
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Gefüllte Taglilienblüten, Rote Melde oder Malabar - Zwei Publikationen widmen sich der kulinarischen Kultur- und Landeshistorie

Haben Sie schon einmal gefüllte Taglilienblüten gegessen? Kennen Sie den Geschmack Roter Melde, den Geruch der Melothria, Speisen wie Bulgur, Malabar, Knollenzwiest, Patisson oder gar Winterpostelein mit geröstetem Talggen?

Rezepte wie diese präsentiert Haubenkoch Johann Reisinger in seinem Arche Noah Kochbuch. Der gleichnamige Verein setzt sich seit Jahren für vergessene, vom Markt verdrängte Raritäten, für unverfälschte alte Kulturpflanzen, und die Sortenvielfalt von Obst und Gemüse ein.

Erhalt facettenreicher Speisen und Getränke

Obwohl es vom Ansatz her divergiert, geht es auch dem Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreichs um den Erhalt facettenreicher Speisen und Getränke für künftige Generationen, der Tradition regionaler Kultur- und Landeshistorie verpflichtet.

Enzyklopädisch definiert der Verein mittels 100 Gourmandisen: Köstliches Österreich. Das Kompendium reflektiert tradierte Rezepte typischer Austriaka von A- Z, inklusive Getränk, Back- und Süßware, Fleisch und Grünzeug.

Man isst auch mit den Augen

Angesichts dieser beiden von Stefan Liewehr, einem Meister der Sachfotografie, opulent und appetitlich in Szene gesetzten Publikationen, die zur Wahrung des Eigenständigen im Kontrast zur globalen Einheitsfastfoodbewegung für genussvolle und entschleunigte Lebens- und Esskultur plädieren, bewahrheitet sich eine alte Weisheit: Man isst auch mit den Augen. (Gregor Auenhammer, Der Standard, 12.03.2011)

Arche Noah Kochbuch
Koller/Reisinger/Liewehr,
€ 35,- / 208 S. CBV, Wien 2011

Köstliches Österreich
Kurat. Kulinarisches Erbe
€ 50,- / 424 S. CBV, Wien 2011

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    cover: verlag
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