Herkömmliche Straßen könnten bald Fahrradstraßen weichen

10. März 2011, 14:19
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Verkehrsstadträtin Vassilakou erfreut über geplante StVO-Novelle - Zusätzliche Wünsche an Bund

In Wien könnten - falls alles läuft wie geplant - bereits heuer die ersten "normalen" Straßen in Fahrradstraßen umgewandelt werden. Das hat Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten berichtet. Dass es solche geben wird, ist also so gut wie fix. Auch die rechtliche Voraussetzung wird bald vorhanden sein, da der Bund eine entsprechende Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) plant. Offen ist nur, wo sich die Drahtesel-Strecken befinden werden und was dort erlaubt sein wird.

Laut Vassilakou sieht der Entwurf derzeit vor, dass auf Fahrradstraßen nur Räder unterwegs sein dürfen. Wien möchte jedoch auch den Autos bis 3,5 Tonnen die Durchfahrt ermöglichen, wie die Grün-Politikerin betonte. Sie hat auch noch weitere Wünsche, die über den derzeitigen Entwurf hinausgehen: So soll das Nebeneinanderfahren mit dem Rad dort legal sein. Außerdem sollen Fahrradstraßen Vorrangstraßen sein. Eine generelle Beschränkung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 wird ebenfalls begehrt.

Entscheidung über Umwidmung mit Bezirken

Die Stadt hat dem Bund diese Forderungen in ihrer Stellungnahme zum Entwurf übermittelt. Sollten die Zusatzwünsche nicht erfüllt werden, wird sich Wien notfalls mit eigenen Vorschriften für jede einzelne Fahrradstraße begnügen. "Wir hätten aber gerne eine klare Regelung, die für alle gilt", erklärte die neue Ressortchefin.

Fahrradstraßen würden sich, so versicherte sie, im Prinzip nur wenig von normalen Straßen unterscheiden. Bauliche Veränderungen seien nicht geplant, auch Parkplätze würden nicht wegfallen - falls die Autobenutzung dort erlaubt wird. Für Fußgänger gibt es auch dort weiterhin die Pflicht, die Gehsteige zu benützen.

Die Entscheidung, welche Straßen in Wien umgewidmet werden, werde gemeinsam mit den Bezirken getroffen, hieß es heute. Welche Verkehrsflächen dafür infrage kommen könnten, darüber wollte sich die Verkehrsstadträtin noch nicht äußern.

11 Kilometer neue Radanlagen geplant

Vassilakou zeigte sich jedenfalls zufrieden über die StVO-Pläne. Auch die dabei vorgesehene Änderung bei der Pflicht zur Benützung von Radwegen - die wird nämlich entfallen - sei zu begrüßen, wie sie betonte.

Abseits der Novität Radstraßen wird in Wien auch der Ausbau der Radwege vorangetrieben. Laut Vassilakou sind heuer 20 Projekte bzw. 11 Kilometer an neuen Anlagen geplant. Prominentestes Beispiel ist der Ringradweg, dessen Außenstrecke ab heuer vervollständigt wird. (APA)

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    Auf Radstraßen soll ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gelten und das Nebeneinanderfahren erlaubt sein.

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