"Die ungestellte Männerfrage": Mit feministischen Grüßen

8. März 2011, 18:29
103 Postings

Ist ein Kommentar, der just am Frauentag feministische Strategien infrage stellt, zumutbar? Die Reaktionen auf Walter Hollsteins Gastbeitrag lassen diesbezüglich keine Zweifel offen

Soeben habe ich den Kommentar der anderen am Frauentag gelesen. Ich bin absolut entsetzt, dass Sie an diesem historischen Tag des Feminismus einem Beitrag Raum geben, in dem so ziemlich alle Allgemeinplätze des Antifeminismus ausgebreitet werden.

Frauenfeindliche und antifeministische Ideologien sind am Erstarken und offensichtlich bekommen sie eifrig Unterstützung von der Standard, sogar am Frauentag.
Damit disqualifiziert sich der Standard als anspruchsvolle, kritische Qualitätszeitung, die nicht einfach common sense wiederholt.

Feministische Grüße
Mag.a Brigitte Bargetz
D-10119 Berlin

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Der Text gemahnt viel an eine Hasstirade mit entstellenden Behauptungen - anitfeministisch, sexistisch und auch homophob. Ich schätze durchaus Meinungsvielfalt in einer Zeitung, aber hier wurden für mich die Grenzen dessen, was ich in einer Qualitätszeitung erwarte, weit unterschritten.

Mit feministischen Grüßen,
Sabine Engel

per Internet

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Was soll das? Wie darf ich das verstehen, dass der Standard einen reaktionären Artikel eines alten ultrarechten Mannes am internationalen Frauentag abdruckt? Sollte das eine billige Provokation sein? Finden Sie, dass es an der Zeit ist, die wahren Machtverhältnisse und Ungerechtigkeiten zu benennen, dass nämlich z.B. Frauen die armen Männer in der Müllabfuhr alleine lassen? Und was das Familienbild des Herrn Hollstein angeht: So etwas kann man/frau wohl ansonsten nur noch in der Neuen freien Zeitung nachlesen. Hat der Standard vor, sich in diese Richtung neu zu positionieren? Ich bin zutiefst empört.

Mag.a Waltraud Schlögl
Abteilung Frauenförderung und Gleichstellung

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Am 8. März mit Walter Hollsteins Kommentar ein derart abwegiges, antifeministisches Pamphlet zu veröffentlichen, ist nicht provokativ, sondern einfach schlimm.

Lea Susemichel,
per Internet

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Ich bin absolut entsetzt, dass Sie an diesem historischen Tag des Feminismus einem Autor Raum geben, so ziemlich alle Allgemeinplätze des Antifeminismus auszubreiten!

Mag.a Iris Mendel M.A.
per Internet

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Der Standard? Wie sagte Hannah Arendt so schön? "Der kommt uns nicht ins Haus"... Wie es global um die Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigungen, Besitzverhältnisse etc. aussieht sollte Ihnen niemand erklären müssen ... ein Blick nach Ciudad Juárez, nach Haiti, aber auch nach Österreich und Deutschland etc. reicht wohl, um zu wissen, dass Holleins Artikel vor namenloser Dummheit nur so strotzt. Und die Redaktion, die aus welcher Klüngelei auch immer so etwas veröffentlicht ist noch wesentlich schlimmer.

Jule Fischer
per Internet

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Ich bin absolut entsetzt, dass Sie an diesem historischen Tag des Feminismus einem Beitrag Raum geben, in dem so ziemlich alle Allgemeinplätze des Antifeminismus ausgebreitet werden.

Mit feministischen Grüßen,
Mag.a Ursula Wagner, MA
Abteilung Frauenförderung und Gleichstellung

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Sein antifeministisches Pamphlet strotzt vor absurden Behauptungen und abstrusen Theorien, in sagenhafter Verkennung jeder gesellschaftlichen Realität und politischen Faktenlage. Dass solche Positionen in den einschlägigen Männer- und Väterrechtsforen herumgeistern, ist bekannt. Dass der Standard ihnen am 8. März unwidersprochen Raum gibt, ist ein Schlag ins Gesicht für Frauen.

Redaktion an.schläge
Das feministische Magazin


Die Briefe sind hier auszugweise und ohne einander gleichende Satzteile wiedergegeben. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.3.2011)

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    Hollstein erinnerte u.a. an die "Vision" der US-Feministin Goria Steinem von der Vermenschlichung beider Geschlechterrollen". - Könnte es sein, dass er das irgendwie falsch verstanden hat?

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