Erneut Streiks auf spanischen Flughäfen

4. März 2011, 16:23
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Ziel: Privatisierungspläne der Regierung - Fluglotsen-Streiks vor Weihnachten führten bereits zu Schäden in dreistelliger Millionenhöhe

Madrid - Ausgerechnet zu Beginn der verkehrsreichen Osterferien kommt es erneut zu Streiks auf Spaniens Flughäfen. Wie die spanische Gesellschaft der Flughafenbetreiber (AENA) am Freitag ankündigte, wird es am kommenden Gründonnerstag auf allen spanischen Flughäfen zu Streiks kommen. Der Protest ist gegen die Pläne der spanischen Regierung gerichtet, im Zuge der staatlichen Sparmaßnahmen zur Eindämmung des Haushaltsdefizits einen Teil der spanischen Flughäfen zu privatisieren. Rund 49 Prozent der staatlichen AENA sollen dabei privatisiert werden.

Erst unter Einsatz des Militärs konnte die spanische Regierung vor Weihnachten einen wilden Streik der spanischen Fluglotsen beenden, der den gesamten spanischen Flugverkehr über Tage lahmlegte. Hunderttausende von Passagieren saßen wegen der Streichung Tausender Flüge fest, darunter auch zahlreiche ausländische Spanien-Urlauber. Die Regierung rief schließlich den Notstand aus. Etwa 440 Disziplinarverfahren gegen Fluglotsen wurden eingeleitet. Der Streik führte in der Tourismusbranche zu Schäden in Höhe von knapp 350 Mio. Euro. Auch die Fluggesellschaften erlitten Verluste von 100 Mio. Euro.

Obwohl die Gewerkschaftssprecher der AENA Passagieren, die zu Beginn der Osterferien verreisen wollen, am Donnerstag nahelegten, ihre Flugtickets umzutauschen, geht die Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero (PSOE) nicht davon aus, dass der Streik zu Ostern große Auswirkungen auf den Flugverkehr haben wird, da die meisten AENA-Mitarbeiter nichts mit der Abfertigung der Flüge zu tun haben. (APA)

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