US-Forschungssatellit verfehlt Orbit und stürzt ab

4. März 2011, 14:30
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Neuerliche Panne einer "Taurus"-Rakete kostet die NASA einen weiteren Satelliten

Washington - Drei Minuten lang verlief nach dem schon zweimal verschobenen und am Freitag endlich durchgeführten Start alles nach Plan, dann kam doch noch die große Enttäuschung: Der vom kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg gestartete NASA-Forschungssatellit "Glory" konnte nicht auf die erforderliche Umlaufbahn gebracht werden und dürfte inzwischen ins Meer gestürzt sein. Auch drei kleine von Studierenden konstruierte "Cubesats" fielen der Panne zum Opfer.

Die Ursache: Die Schutzverkleidung an der Spitze der Transportrakete "Taurus XL" löste sich nicht wie vorgesehen, die Rakete war damit zu schwer und nicht mehr schnell genug, um den 528 Kilogramm schwere Satelliten in seinen Orbit zu bringen, wie die NASA mitteilte. Das passiert nicht zum ersten Mal: Vor zwei Jahren wollte sich bei einer Rakete desselben Typs die Verkleidung ebenfalls nicht lösen, als Resultat konnte der Satellit der "Orbiting Carbon Observatory"-Mission nicht ins All gebracht werden; er stürzte anschließend in den Indischen Ozean.

"Glory" war mit Instrumenten ausgestattet, die Aerosole in der Erdatmosphäre messen können. Die Daten sollten der Wissenschaft Aufschluss über die Beeinflussung des Klimas durch die winzigen Partikel geben. Außerdem sollte mit Hilfe des Satelliten genauer untersucht werden, wie die Sonne die Erdatmosphäre beeinflusst. Die Untersuchungsergebnisse sollten dazu beitragen, künftige Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf den Menschen verlässlich vorauszusagen. (APA/red)

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    Vergänglich ist aller Ruhm: Im Falle von "Glory" währte er nur drei Minuten.

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    Zu Tode geschützt: Die Verkleidung an der Raketenspitze hat dem Satelliten den Untergang beschert.

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