"Hab noch nie so gebrannt fürs Skifahren"

25. Februar 2011, 13:48
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Kärntner fährt weiter, egal was passiert - Kostelic auch, aber mit dem Ziel große Kristallkugel

Wien/Bansko (APA) - Österreichs einstiger Top-Slalomläufer Rainer Schönfelder macht weiter. Der von Dauerverletzungen geplagte Kärntner wird nicht nur am kommenden Wochenende beim Weltcup in Bansko wieder an den Start gehen, sondern blickt bereits in Richtung kommende Saison. "Meine Perspektive geht bereits in Richtung nächste Saison. Ich fahre weiter, egal was in den nächsten Rennen passiert", erklärte der 33-Jährige Gewinner von vier WM- und Olympiamedaillen.

Schönfelder hat seit seinem Comeback immer noch einen "Nuller" in den Ergebnislisten stehen und zuletzt versucht, die Performance-Lücke zu den Schnellsten im Team weiter zu schließen. "Im Schnitt habe ich mich im Training verglichen mit meinen Teamkollegen seit Schladming wieder um eine halbe Sekunde pro Trainingslauf gesteigert. Es fehlt noch immer was, aber immer weniger", gab sich Schönfelder zuversichtlich. Was ihn besonders freut ist: "Das sich alle im ÖSV so reinhauen, dass ich es nochmals schaffe. Der Präsident, der Cheftrainer, meine Gruppentrainer. Selbst Präsident Peter Schröcksnadel hat mir beim Training zugeschaut und mich bestärkt, dranzubleiben."

Sein Optimismus wachse daher ständig, so Schönfelder. "Auf einem 35-Sekunden-Trainingslauf bin ich derzeit zwar im Schnitt aber noch zwischen drei und sechs Zehntel hinter Mario Matt, aber es geht voran. Das unmittelbare Ziel für Bansko ist daher simpel. "Ein Ergebnis im Ziel zu haben, ist das Ziel." Sein Resumee: "So gebrannt fürs Skifahren habe ich wahrscheinlich in meiner ganzen Karriere nicht."

Kostelic will Führung im Gesamtweltcup ausbauen

Ivica Kostelic will am Wochenende in den Weltcup-Rennen in Bansko den nächsten großen Schritt Richtung erstmaligen Gewinn des alpinen Ski-Gesamtweltcups machen. Der 31-jährige Kroate reiste trotz eines Teilabrisses des Kniekehlenmuskels nach Bulgarien, wo am Samstag eine Super-Kombination mit Super-G sowie am Sonntag ein Slalom (jeweils 9.00 und 13.00 Uhr) gefahren werden.

Elf Rennen vor Saisonende hat Kostelic 1.249 Punkte auf dem Konto und damit bereits 524 Zähler Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, den zweitplatzierten Schweizer Didier Cuche (725), der nach einer Operation seines gebrochenen Daumens aber sowohl Bansko als auch die eine Woche später stattfindenden Technik-Rennen in Kranjska Gora auslassen muss. Und der auf Platz drei liegende norwegische Kombi-Weltmeister Aksel Lund Svindal (713) fehlt in Bulgarien wegen Knieproblemen.

Als erste Herausforderer von Spezial-Weltcup-Gewinner Kostelic in der letzten Super-Kombination des Winters gelten daher der Schweizer Silvan Zurbriggen (703) und der Tiroler Romed Baumann (575), die in der Gesamtwertung auf den Plätzen vier bzw. fünf liegen. "Das ist ein selektiver Hang ohne Flachstücke, das wird sicher ein schwieriger Super-G", erklärte Baumann nach der Hangbefahrung am Freitag zur Ausgangssituation in der Super-Kombi.

In der Slalom-Wertung steht Kostelic mit 478 Punkten ebenfalls souverän an der Spitze. Weltmeister Jean-Baptiste Grange aus Frankreich hat vor den letzten drei Torläufen der Saison als Zweiter 96 Zähler Rückstand. Österreichs Slalom-Team muss die verletzungsbedingten Ausfälle von Marcel Hirscher und Benjamin Raich verkraften, womit die Hoffnungen auf einen Spitzenplatz auf dem WM-Vierten Mario Matt, Reinfried Herbst und dem nach einer Grippe wieder genesenen Ex-Weltmeister Manfred Pranger ruhen. Der 21-jährige Tiroler Manuel Wieser und der 19-jährige Vorarlberger Frederic Berthold, Sohn von ÖSV-Herrenchef-Trainer Mathias, geben in Bansko ihr Weltcup-Debüt.

ÖSV-Teams für die Herren-Weltcup-Rennen in Bansko:

Super-Kombination: Romed Baumann, Philipp Schörghofer, Joachim Puchner, Björn Sieber, Frederic Berthold, Marc Digruber, Manuel Wieser.

Slalom: Manfred Pranger, Mario Matt, Reinfried Herbst, Rainer Schönfelder, Patrick Bechter, Wolfgang Hörl, Christoph Dreier, Digruber, Wieser.(APA)

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    Rainer Schönfelder, Freigeist, Entertainer und Skifahrer will wieder schneller durch den Stangenwald.

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