Hochegger und Umsatzrückgang funken Telekom dazwischen

23. Februar 2011, 07:19
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Operativ 3,1 Prozent weniger verdient, Konzern setzt Hoffnungen auf Zuwachs bei mobilen Kommunikationsdiensten

Wien - "Schockiert und betroffen" zeigte sich Telekom Austria-Chef Hannes Ametsreiter auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Nicht wegen der vorgelegten Zahlen, versteht sich. Denn diese enthüllten auf den ersten Blick eine Verdoppelung des Nettogewinns auf 195,2 Mio. Euro.

Die Emotionen Ametsreiters rührten von den Vorwürfen, denen sich sein Unternehmen derzeit im Zusammenhang mit Aufträgen an die Agentur Hochegger gegenüber sieht. Um Licht in die Sache zu bringen, werde man im Unternehmen "jedes Blatt und jeden Kostenvoranschlag umdrehen", beteuerte der TA-CEO.

Zurück zum Nettogewinn. Dieser kam 2010 in dieser Höhe zustande, weil nicht wie im Vorjahr (für die Töchter in Weißrussland und in Serbien) Sonderabschreibungen auf Beteiligungen anfielen. Was nichts daran ändert, dass im Vorjahr mit 4,65 Mrd. Euro erneut weniger umgesetzt wurde, ein Minus von 3,1 Prozent. Und dass der operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) um neun Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurückging. Die TA-Ziele für das laufende Jahr liegen in der gleichen Größenordnung.

Verursacher der schlechteren Umsatzentwicklung sind - wie alle Jahre wieder - laut Ametsreiter die regulatorisch gesenkten Roaminggebühren. Diese hätten das Ergebnis mit 47 Millionen Euro belastet. Nichts genützt hat da offenbar auch, dass die Zahl der Mobilfunkkunden in der Konzerngruppe um fünf Prozent auf 19,1 Millionen anstieg (in Österreich: 5,1 Millionen) - wobei es sich bei dieser Zahl strenggenommen um SIM-Karten handelt.

Wie alle Mobilfunker setzt Ametsreiter große Hoffnungen auf Smartphones und andere mobile Geräte. Denn ihre Nutzer geben für mobile Kommunikationsdienste zwei bis drei Mal soviel Geld aus wie "Normalhandy"-Telefonierer.

Als eine der "Leistungen des Unternehmens" wertete es Ametsreiter, dass das lange totgesagte Festnetz in Österreich wieder wächst - erstmals seit 13 Jahren gab es in diesem Segment wieder einen leichten Zuwachs von 0,1 Prozent auf 2,315 Millionen Kunden, ein Plus von 1400 Kunden. Mit geballter Kraft schleuderte TA auch im Vorjahr attraktive Bündelprodukte mit Festnetz-, Internet- und Mobilfunk in den Markt - von der Konkurrenz immer wieder als Preisdumping kritisiert. Wachstumtreiber im Festnetz ist dabei die Nachfrage nach Breitband-Internet. "Sprache im Internet ist Vergangenheit", betonte Ametsreiter.

An der Börse wurde das Zahlenwerk der Telekom Austria gemischt aufgenommen. Die Aktie reagierte mit einem Kursabschlag von 0,62 Prozent auf 10,38 Euro. (kat, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2011)

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