Vorschau auf Salzburger Festival für Neue Musik

23. Februar 2011, 14:21
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"Dialoge"-Bilanz ab Ende November mit Zweitaufführungen

Salzburg - Von 30. November bis 4. Dezember 2011 finden die "Dialoge" - das Salzburger Festival für Neue Musik der Stiftung Mozarteum - zum letzten Mal unter der Leitung von Stephan Pauly und Berno Odo Polzer statt. Die beiden haben die Programme für insgesamt 14 Ausgaben dieses kleinen Festivals zusammengestellt und werden bei "ihren" letzten Dialogen im kommenden Herbst vor allem Zweit-Aufführungen präsentieren. Das Festival mit dem Titel "Positionen" versteht sich als musikalische Bilanz über sechs Jahre musikalisches Experiment.

Seit Dezember 2005 veranstaltet die Stiftung dieses Festival zwei-, manchmal dreimal jährlich. Das Format wird auch nach dem Weggang des künstlerischen Führungs-Teams erhalten bleiben.

"Es waren der Schwung und das Geld des Mozartjahres 2006, die Mut und Kraft für dieses Experiment gegeben haben", sagte Stephan Pauly am Mittwoch bei der Programmpräsentation. "Ja, es gab auch dürre Zeiten. Es hat drei, vier Jahre gedauert, bis sich unser Publikum an die zum Teil radikalen Vermittlungsversuche und die konsequente musikalische Avantgarde gewöhnt hat. Entscheidend war, dass das Haus, also die gesamte Stiftung, entschlossen hinter uns gestanden ist."

"Obwohl die meisten Stücke des kommenden Festivals bereits in den vergangenen 13 Dialoge-Durchgängen zu hören waren, verstehe ich das Konzept in den fünf Konzerttagen ab Ende November nicht als banales Best of. Es geht mehr darum, die wichtigen musikalischen 'Positionen' der vergangenen Jahre noch einmal zu präsentieren", erläuterte Pauly, der ab März 2012 die Konzerte in der Alten Oper Frankfurt kuratieren wird. "Im allgemeinen Drang zu Uraufführungen und immer Neuem wirkt es fast exotisch, die herausragend wichtigen Werke erneut zu präsentieren."

So wird das Dialoge-Publikum im Eröffnungskonzert Highlights wie "Dark Side" von Georges Aperghis oder dem Orgelwerk "Volumina" von György Ligeti wieder begegnen. Im zweiten Konzert kommt György Kurtags Klavierwerk "Jatekok" wieder, bevor der "Meilenstein der Moderne", Helmut Lachenmanns "Grido" für Streichquartett, zu hören sein wird.

Das Österreichische Ensemble für Neue Musik, das Arditti Quartett, die Dirigenten Trevor Pinnock, Johannes Kalitzke und Beat Furrer, Pierre Laurent Aimard, das Hagen Quartett, Wolfgang Mitterer, das Mozarteumorchester, der Bachchor oder der Performer Xavier Le Roy werden etwa "Ryoanji" von John Cage, "Salz" von Enno Poppe, "Jalons" von Iannis Xenakis oder "Gesang der Jünglinge im Feuerofen" von Karlheinz Stockhausen wiedergeben. All dies dokumentiere die "Positionen" der Neuen Musik und stehe exemplarisch für die Überzeugungen der Avantgarde, so die Stiftung.

Stummfilme mit Livemusik, Musik-Performances, Begegnungen von gestisch-performativem Tanz mit zeitgenössischer Musik, persische Improvisationsmusik und nicht zuletzt der Abschluss-Klassiker des Festivals, Mozarts "Requiem" rund um den Todestag des Komponisten, runden ab. (APA)

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