Sportfest der Superlative

22. Februar 2011, 14:16
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Goldberger, Stecher und Botwinow schwärmen von der einzigartigen Atmosphäre im nordischen Mekka Oslo

Oslo - Die nordische Ski-Elite darf sich bei den am Mittwoch beginnenden 48. nordischen Skiweltmeisterschaften in Oslo auf ein Sportfest der Superlative freuen. 230.000 der 300.000 verfügbaren Eintrittskarten wurden bereits im Vorfeld abgesetzt, das Langlauf-Staffelrennen der Herren ist mit 28.000 Zuschauern ausverkauft. Die norwegischen Fans werden auf dem Holmenkollen einmal mehr für faszinierende Stimmung sorgen. Mehrere ÖSV-Athleten, u.a. Toni Innauer, Armin Kogler, Andreas Felder, Ernst Vettori, Andreas Goldberger, Mario Stecher und Michail Botwinow, wurden sogar als Sieger in der Königsloge empfangen.

"Sensationell"

Der 33-jährige Stecher schildert seinen Erfolg aus dem Jahr 1994, wie wenn er gestern gewesen wäre. "Dort hat meine Karriere begonnen", sagte der Steirer, der mit 16 Jahren in Oslo zum bisher jüngsten Sieger im Weltcup der Nordischen Kombination avanciert war, wenige Tage vor dem WM-Auftakt. "Zuvor bin ich in Saalfelden vor 1.500 Zuschauern gelaufen, die Atmosphäre am Holmenkollen mit Zehntausenden Fans war für mich neu und sensationell."

Auch wenn sich die gesteigerten Erwartungen nach dem Sieg zunächst als Bremsklotz erwiesen, nahm Stecher nur Positives mit. "Mit 16 Jahren von null auf hundert, daran hatte ich oft zu knabbern", sagte der zweifache Team-Olympiasieger. "Das hat zwei oder drei Jahre gedauert, war aber für meine Persönlichkeitsentwicklung sehr gut."

Nicht nur wegen des damaligen Sieges kommt Stecher immer gerne nach Oslo zurück. "Auf diese Begeisterung freue ich mich auch heuer. Es gibt extrem viele Langlauf-Fans, die stehen voll hinter dir, ob du nun 1. oder 15. oder 45. bist. Die Leute übernachten sogar an der Strecke und laden dich während des Trainings zum Grillen ein", erzählte Stecher, der nach überwundener Knieverletzung zum Kreis der Mitfavoriten zählt. Der Eisenerzer hält bei zweimal Silber (Sprint Ramsau 1999 und Team Lahti 2001) und einmal Bronze (Team Trondheim 1997).

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Andreas Goldberger war hingegen schon ein Arrivierter, hatte schon eine Weltcup-Kristallkugel erobert, als er 1995 erstmals auf dem Holmenkollen triumphierte und damit seinen zweiten von insgesamt drei Gesamtsiegen fixierte. "Die Stimmung ist einfach unbeschreiblich, das muss man erlebt haben. Die Sportler haben hier einfach einen besonderen Stellenwert, egal ob sie gewinnen oder nicht", erklärte Goldberger. "Man fährt von hier weg und sagt, 'so etwas habe ich noch nie erlebt.'"

Goldberger war 1992 erstmals in Oslo und schon damals beeindruckt. Ein paar Jahre später hat er den erträumten Sieg geschafft, durfte dem König die Hand schütteln und sein Name wurde in der Ehrentafel eingraviert. Im Skimuseum an der Schanze ist einer der damaligen Skier des Oberösterreichers ausgestellt.

Im Langlauf ist Michail Botwinow der einzige Holmenkollensieger des ÖSV. Nachfolger ist keiner in Sicht. Der gebürtige Russe setzte sich 1999, wenige Wochen nach dem Gewinn von Staffel-Gold bei der Heim-WM in Ramsau, im 50-km-Rennen auf dem Holmenkollen, dem Königsbewerb der Norweger, durch. Vor niemand Geringerem als dem achtfachen Olympiasieger Björn Dählie und verdarb dem Superstar damit dessen letzte Chance, erstmals den prestigeträchtigen Erfolg zu landen.

"Eine andere Dimension"

"In Norwegen zu gewinnen, das ist eine andere Dimension", erklärte Botwinow. "Es ist eine besondere Atmosphäre, man spürt einfach, dass die Leute voll dahinterstehen." Der mittlerweile 43-jährige Botwinow, Vater von zwei Buben (6 bzw. 3 Jahre) lebt in Ramsau und betreut u.a. das russische Team in organisatorischen Belangen. (APA)

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    Oslo ist bereit für den Ansturm der Massen.

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