Auch Tsonga sagt ab

21. Februar 2011, 10:30
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Absage von Frankreich-Topmann für Davis-Cup-Partie gegen Öster­reich

Paris  - Das französische Davis-Cup-Team geht in der nächsten Woche im Hangar 3 des Flughafens Wien bei weitem nicht in Bestbesetzung in das Davis-Cup-Duell mit Österreich. Der "Equipe tricolore" fiel am Montag nach dem Weltranglisten-Zwölften Gael Monfils auch der fünf Plätze dahinter klassierte Jo-Wilfried Tsonga aus. Hatte Monfils eine Woche davor wegen einer Handgelenksblessur für das Duell auf Sand abgesagt, zwang Tsonga eine Leistenverletzung zur Tennis-Pause.

"Leider habe ich seit Jahresbeginn mit meiner Leiste Probleme. Ich könnte nicht versprechen, auf mehr als zwei Gewinnsätze spielen zu können", begründete der 25-Jährige seine Davis-Cup-Absage. Frankreichs aktuelle Nummer zwei verzichtet auf eine Operation, will bis zu den Masters-1000-Turnieren im März in Indian Wells und Miami spielbereit sein. Schon beim Davis-Cup-Finale im Dezember in Belgrad gegen Serbien (2:3) war Tsonga nicht dabei, damals wegen einer Knieverletzung.

Bis Dienstag ist zu nominieren

ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller wie sein französischer Kollege Guy Forget müssen ihr jeweiliges Team bis Dienstag nominieren. Während Schaller sich bereits auf Jürgen Melzer, Martin Fischer und Stefan Koubek festgelegt hat und nun noch zwischen Julian Knowle und Oliver Marach entscheiden wird, wählt Forget aus einem verbliebenen fünfköpfigen Kader. Dieser umfasst Michael Llodra, Richard Gasquet, Gilles Simon, Julien Benneteau und Arnaud Clement.

"Ich gehe davon aus, dass die Franzosen Gasquet und Simon im Einzel bringen werden", vermutete Schaller nach der Absage Tsongas. "Mit Llodra rechne ich im Einzel eher nicht, da Sand nicht gerade sein Lieblingsbelag ist." Allerdings ist der 27. im Weltranglisten-Einzel im Doppel zu erwarten, an der Seite von Benneteau oder Clement. Schaller: "Unsere Chancen sind durch die Absage Tsongas erneut gestiegen. Auch für so eine starke Tennisnation ist die Absage der beiden Topspieler nicht ohne."

Andererseits gab der Steirer auch zu bedenken, dass Frankreichs Nummer zwei nach wie vor klar über die österreichische Nummer zwei zu stellen sein wird - ob sie nun Fischer oder Koubek heißt. "Damit bleibt es dabei, dass Jürgen Melzer eine große Last zu tragen hat. Denn er muss gegen starke Gegner punkten", relativierte Schaller. Melzer selbst sieht die Lage ähnlich: "Die Franzosen haben noch immer den Luxus, sich aussuchen zu können, wen sie mir am ersten Tag hinstellen."

Der Weltranglisten-Zehnte meinte weiter, dass Frankreich der Ausfall von Monfils sicher mehr schmerzen würde als jener von Tsonga. "Man muss auch bedenken, dass Simon und Gasquet ehemalige Top-Ten-Spieler sind." Melzer beginnt am Dienstag in der Südstadt, mit Koubek auf Sand zu trainieren. Auch Knowle blieb in der Heimat, ist nicht wie ursprünglich geplant beim ATP-Turnier in Delray Beach. Marach spielt hingegen in Acapulco, was ein Indiz für die zu erwartende Nominierung sein könnte. (APA)

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