Schladminger OK-Chef Zitz: "Soll die beste WM werden"

15. Februar 2011, 12:43
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Steirer hofft 2013 auf mehr als 320.000 Zuschauer

Garmisch-Partenkirchen - Reinhold Zitz ist seit 1989 als Geschäftsführer des Austria Ski Pool für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) tätig. Seit Mai 2010 ist Zitz auch Chef des Organisationskomitees für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2013 in Schladming (4. bis 17. Februar). Im Interview schildert der in Tirol lebende Steirer seine Beweggründe, den Stand der Vorbereitungen und seine Visionen.

Sie sind Chef des Organisationskomitees. Warum haben Sie dieses Amt übernommen?

"Im Mai letzten Jahres hat mich Peter (ÖSV-Präsident Schröcksnadel, Anm.) angerufen und gesagt: 'Du bist gebürtiger Steirer, Du machst das.' Unter der Bedingung, dass ich ganz eng mit Peter zusammenarbeiten kann, sagte ich zu. Denn der Austria Ski Pool ist derzeit fast ein Selbstläufer, dort bin ich unterfordert. Ich habe schon früher Sonderprojekte organisiert und war Finanzreferent bei der WM 2001 in St. Anton. Es ist eine tolle Möglichkeit, gemeinsam mit Peter in meinem Heimatland etwas aufzubauen. Es hat gut angefangen. Schladming soll die beste Weltmeisterschaft werden."

Wie schaut es um die Finanzen aus?

"Die 'Austria-Ski-WM & Großveranstaltungs GesmbH', eine 100-Prozent-Tochter des ÖSV, hat einen 'Hosting Contract' mit der FIS. Wir übernehmen fast das gleiche Paket wie Garmisch-Partenkirchen. Das heißt die Großsponsoren der FIS, wie Audi und Milka, sind auch bei uns dabei. Eine Zusatzeinnahme für uns ist der Ticket-Verkauf. Derzeit verhandeln wir mit der Rechte-Agentur Tridem, dass wir auch die VIP-Tickets verkaufen können. Unser Ziel ist aber natürlich, mit der WM auch etwas zu verdienen?"

Wie hoch ist das Budget?

 "Über Zahlen will ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sprechen, wir haben aber ein ausreichendes Budget aus heutiger Sicht. Das gilt für das OK-Budget. Dazu kommt das Budget von 170 Millionen Euro, das vom Bund und dem Land Steiermark aufgebracht wird, für Infrastrukturmaßnahmen. Damit wurde das Mediencenter errichtet, auch der 'Planet Planai', die Renn- und Trainingsstrecken werden damit finanziert - sowie das "Skygate", das Wahrzeichen der WM. Für Schladming geht es dann darum, diese Einrichtungen nachhaltig zu nutzen. So wird aus dem Mediencenter ein Kongresszentrum."

Es ist viel Geld, das aufgewendet wird. War es schwierig die zuständigen Personen für die WM zu begeistern?

"Im Gegenteil. Die Steirer sind sehr offen, gehen mit großem Enthusiasmus ans Werk, so dass man sie oft fast bremsen muss. Sie wissen, was die WM ihnen bringen wird und dass sie nachhaltig davon leben können - vorausgesetzt sie übertreiben es nicht. Wenn heute ein Zimmer 100 Euro kostet und sie dann 500 verlangen, wird das nicht funktionieren, aber bei 130 Euro schon."

Was können Sie von der WM in Garmisch-Partenkirchen lernen oder übernehmen?

"Wir schauen uns alles sehr genau an. Aber zum Beispiel bei den Volunteers gibt es Fachleute, die alle Details kennen. Ich denke da an Kommunikation, IT oder Logistik. Da könnte man doch einen Pool schaffen, damit man in Zukunft bei Weltmeisterschaften auf genau diese Volunteers in gehobenen Positionen, die Erfahrung haben, zurückgreifen kann. Ich denke zum Beispiel an das sehr gut gemachte Mediencenter mit seinem Intranet. Das wollen wir noch weiterentwickeln. Ich träume von einem Mediencenter ohne Papier."

Von WM-Stimmung ist im Ort in Garmisch-Partenkirchen wenig zu spüren. Was wollen Sie für Schladming ändern?

"Wir wollen alle 5.000 Schladminger einbinden. Wir wollen eine WM-Atmosphäre bieten, wo sich die Zuseher und auch Familien mit Kindern richtig wohlfühlen, nicht so wie jetzt bei der Fanmeile (beim Nachtslalom Anm.). Dazu gehört ein Corporate Design und einheitliche Beschallung, nicht so wie in Garmisch-Partenkirchen, wo ein roter neben einem grünen Sonnenschirm steht. Auch wollen wir die Eintrittspreise moderater und familienfreundlicher gestalten."

Mit wie vielen Zusehern rechnen Sie?

"In St. Anton hatten wir 320.000 Fans, das wollen wir toppen. Immerhin haben wir mit dem Nationscup einen Bewerb mehr. Aber es werden sich nicht, wie beim Nachtslalom, 50.000 Fans bei einem Rennen ausgehen. Lieber verzichten wir auf 3.000 Zuschauer, als dass wir einen Schwerverletzten oder Toten haben. Die Sicherheit geht vor, da arbeiten wir schon sehr eng mit den Behörden zusammen."

Wie sollen diese Fan-Massen nach Schladming kommen?

"Mit den ÖBB und mit Shuttlezügen. Da gibt es fertige Konzepte, die nur im Detail überarbeitet werden müssen. Sonderzüge aus Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck fahren bis Selztal oder Bischofshofen, dort steigt man in Shuttlezüge um, die alle 25 Minuten zwischen den beiden Bahnhöfen hin und her fahren und die Fans direkt an den Strecken in Schladming aussteigen lassen. Wir wollen auch umweltbewusste und grüne Weltmeisterschaften." (APA)

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    Das Zielstadion von Schladming.

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