Neun Goyas für "Pa negre"

15. Februar 2011, 11:54
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Drama von Augsti Villaronga ging mit 14 Nominierungen ins Rennen - Javier Bardem als bester Schauspieler ausgezeichnet

Madrid - Das Drama "Pa negre" ("Schwarzes Brot") des spanischen Regisseurs Agusti Villaronga ging Sonntagabend als großer Sieger der 25. Goya-Verleihung in Madrid hervor. Der Film über einen kleinen Buben, der sich in einer grausamen Welt nach dem Bürgerkrieg durchkämpft, triumphierte mit gleich neun Preisen, darunter für den besten Film, die Regie, die besten Nachwuchsschauspieler und die beste Hauptdarstellerin (Nora Navas). Javier Bardem wurde für seine Rolle in Alejandro Gonzalez Inarritus "Biutiful", für die er auch für einen Oscar nominiert ist, als bester Schauspieler ausgezeichnet.

"Ich widme diesen Preis meiner Frau und meinem Sohn, die jeden Tag mein Herz und mein Lächeln erwecken", so Bardem, dessen erstes Kind mit Schauspielerin Penelope Cruz am 22. Jänner zur Welt kam. Für den 41-Jährigen ist es der bereits fünfte Goya Award. Als bester ausländischer Film wurde das britische Historiendrama "The King's Speech" von Tom Hooper ausgezeichnet, das auch als Favorit in die Oscar-Verleihung Ende Jänner einzieht. Rodrigo Cortes' Thriller "Buried - Lebend begraben" gewann drei Preise, ebenso das Drama "Even the rain" der spanischen Schauspielerin und Regisseurin Iciar Bollain.

"Pa negre" stach mit neun Preisen von 14 Nominierungen Alex de la Iglesias "Balada Triste de Trompeta" aus, der insgesamt 15 Nominierungen erhalten hatte, letztendlich aber nur in den Kategorien "Make-Up" und "Special Effects" bedacht wurde. De la Iglesia hatte für seinen grotesk-überdrehten Film vergangenes Jahr bei den Filmfestspielen von Venedig den Silbernen Löwen für die beste Regie erhalten; der Film war auch auf der Viennale zu sehen.

De la Iglesia sorgte stattdessen abseits seines Filmschaffens für Aufsehen, hatte er doch kürzlich verkündet, aus Kritik an das umstrittene Sinde-Gesetz nach der Verleihung der Goya-Preise als Präsident der spanischen Filmakademie zurücktreten zu wollen. In seiner letzten Rede in dieser Funktion sprach er über Unstimmigkeiten beim Gesetz, das die Schließung von Webseiten mit illegalem Inhalt (vorrangig Film- und Musikdownloads) regelt. Laut de la Iglesia sei das "Internet nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart" und die "Rettung des Kinos". "Wir werden nur gewinnen, wenn wir uns verändern." (APA)

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