"Präsenz in den BRIC-Staaten ausbauen"

11. Februar 2011, 15:29
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Im Zuge der Wirtschaftskrise gekündigte Mitarbeiter zum "Großteil wieder aufgebaut"

Wien - Der austro-kanadische Automobilzulieferer Magna will seine "Präsenz in den BRIC-Staaten" (Brasilien, Russland, Indien und China) ausbauen, kündigte Magna-Europa-Chef Günther Apfalter im Interview mit dem Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo" an. Am Standort Österreich will Apfalter festhalten, mahnte aber zu größeren Anstrengungen im Bildungsbereich. Die im Zuge der Wirtschaftskrise gekündigten Mitarbeiter seien zum "Großteil wieder aufgebaut", so Apfalter. Magna soll künftig aber ein reiner Zulieferbetrieb bleiben. Die geplatzte Opel-Übernahme sei im "nachhinein schlecht zu beurteilen".

Die gestiegenen Rohstoffpreise bei Metallen und ölbasierten Produkten könne Magna mit Hilfe von sogenannten Kostengleitklauseln "weiterreichen". Weiters reagiere Magna mit Produktinnovationen, unter anderem Leichtbauweise, auf die gestiegenen Kosten. Auch in der Produktion versuche man weniger Energie einzusetzen. Die Standortentscheidung für den Bau eines Elektrobatteriewerks sei noch nicht entschieden, auch Österreich sei "absolut nicht" aus dem Rennen, so Apfalter. Das im burgenländischen Kittsee geplante Magna-Batteriewerk wurde Mitte Oktober 2010 vorerst auf Eis gelegt.

Investieren in Österreich

Magna beschäftigt in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter: "Wir investieren in Österreich, weil wir an Österreich glauben, erstens an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und zweitens sehen wir das nicht so geografisch eingegrenzt, weil wir globale Produktgruppen haben", sagte Apfalter. Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs aufrechtzuerhalten sei aber eine "tägliche Prüfung". Schwankungen in der Auftragslage könne man nur mit Hilfe von Leiharbeitern abfedern. Man habe "viele übernommen" und behandle diese als "absolut vollwertig". Es habe 2009 einen Gehaltsverzicht der Belegschaft gegeben, 2010 sei die Mitarbeiterbeteiligung aber wieder eingeführt worden.

Aufholpotenzial in Asien ortet Apfalter im Interview mit dem Wochenmagazin "Format" in Thailand und Malaysia. Dort sei man jetzt mit Standorten vertreten. "Generell ist Asien ein wichtiger Wachstumsmarkt für unser Unternehmen", so der Magna-Europa-Chef. Er könne sich auch vorstellen komplette Autos in Asien, etwa China oder Indien, zu bauen: "Das ist im Bereich des Möglichen. Es gibt Gespräche, und wir werden sehen, ob sich das realisieren lässt", so Apfalter.(APA)

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